Wavegarden ahoi!

Wie könnte ein Wavegarden in der Schweiz künftig daherkommen?
Mick Fanning im Wavegarden, San Sebastián

Wie könnte ein Wavegarden in der Schweiz künftig daherkommen?

Dass Wavegarden Surfen etwas wundervolles ist, wissen wir spätestens seit im vergangenen Sommer die Roxy Pro 2013 abgesagt werden musste, weil sich an der Küste nur Ankle Busters tummelten. Kurzerhand schnappten sich einige Girls, unter ihnen die Hurley Nixen Carissa Moore und Lakey Peterson, ihr Surfboard und fuhren die vierzig Minuten nach San Sebastián und sich im Wavegarden Eden zu vergnügen. Das Video dazu findet man hier.

Das künstliche Paradies in den Baskischen Höhen begeistert durch seine einmalige Atmosphäre und die perfekten Wellen auf Knopfdruck. Unter der Regie des CRAVE Magazines genossen vor kurzen Alan Stokes, Ben Skinner, Harry Timson und Toby Donachie die Vorzüge des Wavegardens.

Kurz nach dem Roxy Pro 2013 und der damit verbundenen hohen Viralität zum Surfen auf der perfekten Welle, tauchte die Facebook Seite «Wavegarden Schweiz» auf. Die Schweiz scheint prädestiniert dafür, solche Wavegardens zu fördern, oder? Die Einnahmen für einen Wavegarden, wie es ihn in San Sebastián gibt, belaufen sich jährlich auf circa eine Million (EBITDA, bei einem IRR von 15 bis 20 Prozent), womit sich das Projekt nach innerhalb der ersten vier Jahre einen positiven Cashflow generieren sollte. Damit lassen sich Kapitalgeber ködern.

Surf Pro aus der Schweiz?

Zurzeit beginnen in Europa jährlich eine Million Personen neu zu Surfen. Klar bleibt es bei vielen bei einem Versuch. Jedoch oft wohl auch, weil zu surfende Küsten rar sind. Findet man dann mal eine, lassen sich diese wetterbedingt zwischen 110 und 180 Tagen pro Jahr Surfen. Daneben stellten die künstlichen Wellen das perfekt, weil individuell einstellbare, Trainingsgelände dar. Die überlasteten Surfschulen wären dankbar. Im Gegensatz zu künstlichen Schneehallen, können Wavegardens besser, als richtigen Wellen sein. Die Wellen brettern im Minutentakt in konstanter Grösse und Stärke doppelt durch das 220 Meter lange Becken. Am Beckenende beruhigen sich die Wellen und die idealen Einstiegsweisswasserwellen kommen zu Vorschein. Die maximal Höhe der 120 Wellen pro Stunde ist abhängig von der Länge des Beckens.

Quality surfing is now for everyone."

Wirtschaftlich scheint ein Wavegarden, aufgrund seines Wachstumspotential und Anziehungspotential, wirklich ideal in unser Land zu passen. Leider erinnern wir uns an den geplanten Wakepark von Bruno Zemp und seinem Team (hier nach zulesen). Nachdem er unzählige Politiker, Lobbyisten und Anwohner davon überzeugen konnte, dass das Projekt weder grossen Lärm-, noch Umweltemissionen erzeugen werde und für die Region förderlich sei, machte im die Bezirksregierung einen Strich durch die Rechnung und lehnte die geplante Umzonung ab. Das Bauland gehörte dabei der Familie Zemp... Wieso genau funktioniert das mit der Korruption in der Schweiz nicht?

Sieht aus, wie in der Schweiz, nicht?

Abschliessend: Wavegarden auf alle Fälle ahoi, sofern die Behörden mitspielen.

VERÖFFENTLICHT 28.08.2013
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Kommentare (02)

leschiffre (27) 05.09.2013

@dani Leider fanden sich im Bericht keine Angaben zu weiteren Kennzahlen. Allgemein müssen die finanziellen Angaben mit Vorsicht genossen werden, da sie direkt von der Betreiber-Homepage stammen und deshalb wohl (bewusst?) diese Lücken aufweisen... Der Enthusiasmus für das Projekt liessen mich diesen Aspekt verschwinden. Kann man von den jährlichen Einnahmen und den versprochenen positiven Cash Flow im vierten Jahr auf die Anfangsinvestitionen zurück diskontieren?


Anonym
Anonym
dani
30.08.2013

lustig, dass du den IRR erwähnst... Der bringt nicht viel wenn man den ROA oder den WACC nicht kennt.

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