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Shortboard Special: Jones Storm Chaser

Surf’s up – Ein Winter mit dem neusten Powderspielzeug von Jones Snowboards

„Snow is only frozen water“ – Bei der Kreation von Jones Snowboards' neuster Powderkuriosität scheint man das Zitat von Jack O’Neill so richtig ernst genommen zu haben. Für die Entwicklung verschanzte sich Jeremy Jones mit niemand geringerem als dem legendären Surfboard-Shaper Chris Christenson in seiner Garage, mit dem ambitionierten Ziel, das in Ihren Augen bestmögliche Powderboard zu entwickeln. Wer jetzt erwartet, dass zu diesem Zweck eine Mannschaft an Nasa-Ingenieuren engagiert wurde liegt falsch. Die beiden Herren warfen erstmal sämtliche Elektronik über Bord und versuchten mit Bleistift, Holz und Chris‘ Shapetools einen Prototypen zu entwickeln, der sämtliche Vorteile ihrer favorisierten Snow- und Surfboard Shapes vereint, sprich perfektes Gleitverhalten, Wendigkeit und Auftrieb kombiniert. Dabei war es völlig egal ob das Board auch auf der Piste funktioniert oder nicht, es sollte nur maximalen Fahrspass im Powder garantieren – geboren war das Storm Chaser.

Pic: Jones Snowboards - Jeremy Jones & Chris Christenson bei der Oldschool Snowboardentwicklung

Die belustigten Blicke, wenn man sich am ersten tiefen Tag der Saison mit einem handlichen 147 cm Board zwischen die Spaghettifahrer mit ihren 2m Planken in die Gondel zwängt, liessen gewisse Zweifel aufkommen, ob man nicht den Rest des Tages fluchend gegen das Absaufen kämpfen wird, statt dicke Spraywolken in den Himmel zu zaubern. Doch man klammert sich geistig an die Gewissheit, dass Jeremy und Co. wissen wie man viel Float in ein kompaktes Format zwängt, wie sie es bereits beim Jones Hovercraft bewiesen haben.

Zwei Dinge stechen beim Storm Chaser direkt ins Auge. Die riesige, beim 147er 32cm breite, spitz zulaufende Surf-Nose, die für massig Auftrieb sorgt und das direkt hinter der hinteren Bindung beginnende Swallowtail. Ein weiteres, zentrales Merkmal des Boards ist der von Chris Christenson entworfene Surf-Rocker, der auf das Storm Chaser übertragen wurde. Der Nose-Rocker beginnt unter der vorderen Bindung und steigt stetig bis zur Spitze an. Der Tail-Rocker erstreckt sich etwas kürzer von den hinteren Inserts in den Schwalbenschwanz. Sozusagen ein Rocker-Flat-Rocker Profil, wobei die Flat Sektion lediglich einen kleinen Teil der Lauffläche einnimmt. Das hat den Effekt, dass bei Belastung des Hinterbeins die Nose sofort aus dem Schnee gehoben wird, während beim Verlagern des Gewichts auf den vorderen Teil, das Tail angehoben wird und das Board mit geringstem Widerstand zu gleiten beginnt. - oder wie es der Chef persönlich nennt "Zero-Friction-Snowboarding". Darüber hinaus ist das Storm Chaser mit den bewährten Mellow Magne-Traction Kanten aus recyceltem Stahl versehen, die den ein oder anderen Steinkontakt problemlos wegstecken und für genügend Biss auf eisigen Passagen sorgen. Die Base ist erstaunlich widerstandsfähig und die häufigen "Oh-Shit-Core-Shot" Momente anfangs dieses Winters stellten sich meist nur als geringfügige Kratzer heraus.

Jones Storm Chaser mit Christenson Surf Rocker Profil

Die ersten Turns im tiefen Powder, wofür dieses Surfboard gemacht wurde, sind mit zwei Worten beschrieben - Der Hammer! Sobald man Geschwindigkeit aufnimmt will die Nose an die Oberfläche, ohne dass man dafür speziell Gewicht auf den Hinterfuss bringen muss - Swallowtail und dem extremen Taper sei Dank. Die extrem lang gezogene Transition von der Nose zum Sidecut bewirkt, dass die Übergänge von Turn zu Turn so sanft sind wie 10-lagiges Charmin-Toilettenpapier, was ein bisher selten erlebtes Surfgefühl im Schnee aufkommen lässt.

Der Name Storm Chaser lässt vermuten, dass dieses Board massenhaft Schnee liebt und es fordert euch förmlich dazu auf, gefälligst den Stürmen nachzujagen um happy zu werden. Durch seine extreme Wendigkeit lässt es sich perfekt durch die Bäume manövrieren, wenn die Sicht zu wünschen übrig lässt. So richtig ausleben kann das Board seinen Charakter aber in weit offenen Hängen, wo man mit viel Speed seine surfigsten Turns in den Schnee zeichnet. Wer jetzt als Klimapessimist denkt, dass sich ein Board für die 3 wirklich perfekten, nippeltiefen Powdertage nicht lohnt, der kann beruhigt sein. Auch bei 20cm macht das Storm Chaser extrem viel Spass und lässt sich durch das perfekte Gleitverhalten auch noch bei Hangneigungen surfen, die normalerweise eher dem krampfhaften verhindern von Speedverlust und Absaufen gewidmet sind.

Pic: Sami - Treesurfing in entspanntem Terrain, wenn der Lawinenlagebericht nichts steileres zulässt. Surf's up!

Sollten die Powder-Optimisten einmal die Wetterkarten falsch studiert haben und die Front trifft erst einen Tag später ein, ebenfalls kein Problem. Ganz ehrlich, eine Freestyle-Maschine ist das Storm Chaser nicht. Es ist für seine Länge auf der schwereren Seite und die Bedienfreundlichkeit ist bei Ollies oder Switch Landungen aufgrund des fehlenden Tails eher mässig. Gibt man dem Ding auf den flachgewalzten Pisten aber die Sporen, dann geht die Post so richtig ab. Durch die Breite ist das Überstehen der Boots kein grosses Thema mehr und das Board, das nur für Pow konzipiert wurde, ist ohne Zweifel auf der Piste gleichermassen zuhause. Ruhiges Fahrverhalten auch bei viel Speed, perfekter Kantenhalt, geiler Sidecut - Ihr werdet euch dabei erwischen wie viel Spass ein perfekter Turn in Racermanier mit der Nase an der Piste kratzend auch ohne Pow machen kann.

Pic: Jones Snowboards - Tiefer geht kaum

Das Jones Storm Chaser macht Spass, sehr viel Spass. Ist Platz übrig in eurem Boardbag und der nötige Powderfanatismus vorhanden, dann sollte dieses Spielzeug definitiv auf eure "To-Test" Liste. Für die grösseren und schwereren Bigfoots gibt es das Board auch noch in einer 157 cm Version, welche noch breiter ausfällt. Und durch die herausragenden Qualitäten des Boards in den Eiskristallwellen, wird das Storm Chaser nächste Saison auch noch als Split Version auf den Markt kommen, damit ihr den Stürmen zu Fuss nachjagen könnt. Go short & happy powdays!

VERÖFFENTLICHT 25.03.2016
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