«Es hat keinen Sinn, dass wir uns immer wieder diesem Wettkampfdenken unterordnen»

Nicolas Müller erzählt uns von Fruition.
Terje Haakonsen und Nicolas Müller, Foto: Carlos Blanchard
Nicolas Müller im Portrait aus Honey Ryder, Foto: Silvano Zeiter

Am vergangenen Samstag war es endlich soweit und Nicolas Müllers' Film Fruition feierte im Zürcher Volkshaus Premiere. Der Film erzählt sehr viel über die gesamte Karriere des Weltstars und er beinhaltet auch dank Fredi Kalbermatten, Silvano Zeiter und Martin Luchsinger viel Swissness. Es ist definitiv kein gewöhnlicher Snowboard-Movie, aber einer der der Szene gut tut, weil Nico wieder einmal real bleibt, wie wohl kein Zweiter – in den letzten 15 Jahren. Vor der Premiere schickten wir Nicolas Müller einige Fragen, welche wir nun erhielten und euch nicht vorenthalten wollen:

Wir dürfen getrost sagen, dass wir selten einen Film so gespannt erwarten wie Fruition. Wie kam das Projekt zustande?
Das ist ein lange Geschichte aber um es kurz zu halten, ich hatte immer schon das Gefühl dass ich irgendwann etwas grösseres und tiefgründigeres machen werde. Martin Luchsinger und ich haben schon vor vielen Jahren immer wieder darüber philosophiert. Aber es war dann vor etwa zwei Jahren als mir, dank dem Konzept Angst versus Vertrauen meiner Tante Regina Steinbrück, bewusst worden bin, was für ein Film ich machen möchte.

Wer gab dir den entscheidenden Kick, die Motivation das Projekt zu starten und wer war alles federführend involviert?
So viele Leute in meinem Umfeld und natürlich ich selber. Denn ich fand es an der Zeit da Snowboarden einfach nicht mehr als das rüberkommt, was es sein kann. Und dann war Laax ein grosser Faktor am Anfang, sie haben mich im ersten Schritt unterstützt.

Passend zwischendurch das #laaxisniceyo Chapter mit Nicolas:

Eternal Pillows

Der Film dreht sich um dein Leben. Was sollen die Leute aus dem Kino mitnehmen?
Genau, der Film dreht sich um mein Leben und der Titel ist nicht Zufall. Er ist sehr bewusst gewählt und verkörpert meinen Weg, weg vom Wettbewerb, also Competition, hin zur Selbstverwirklichung – sprich Fruition. Ich möchte aber nichts vorwegnehmen und etwas sagen, dass dann der Betrachter selbst erkennt. 

Wie greifst du den Spagat zwischen der uneingeschränkten Freude am Fahren und der Umweltverträglichkeit auf – braucht es diesen überhaupt?
In dem ich jeden Tag und Moment so fest wie möglich auf mein Herz höre und mir bewusst bin was ich mache, dies schätze und so wenig wie möglich für mich verzehre um mein Ego zu füttern – vor allem wenn es anderem Dasein schaden zufügt.

Logisch, jeder ist auf seinem Weg und scheiss auf alles, weil man nicht bei allem perfekt sein kann, ist keine Option für mich. Die Antworten sind nicht da draussen, sie ist in einem drin… Man muss nur an der Verbindung zwischen Herz und Verstand arbeiten.

Bei welcher Situation konntest du dein Lachen nicht mehr zurückhalten?
Oh bei so vielen! Am meisten in der Endphase, wo wir Sachen nachgedreht haben und dann auch im Editing natürlich. Ich habe so eine unglaubliche Crew am Start. Es ist einfach herrlich zu sehen, wie jeder einzelne auch seine Fruition hat.

Dann mal der Trailer von Fruition – The Life and Dreams of Nicolas Müller:

Du bist eine Ikone der Filmszene. Einer der meist geschätzten Fahrer in der Szene. Travis Rice sagte kürzlich bei uns «I think anything that Nico touches is gold. He can do nothing wrong. I'm stoked that he is on GNU now and that we're actually fucking teammates. Fucking best board-company in the world right now.» – das spricht Bände! Wie waren die bisherigen Reaktionen bei privaten Screenings?
Sehr gut! Jedoch beschränken sich die privaten Screenings auf unsere Crew (lacht). Ich war gespannt auf die Premiere und was danach geschah. Ich kann voll dahinter stehen und getrost sagen, dass es im Film, der zwar meine Geschichte erzählt, aber es geht vor allem um den Weg zur Selbstverwirklichung und dies wünsche ich allen. Denn wir sind alle einzigartig und darum macht es gar kein Sinn, dass wir uns immer wieder und überall diesem Wettkampfdenken unterordnen und das gilt nicht nur im Snowboarden oder im Sport.

Auf was hast du dich an der Premiere am 3. Dezember am meisten gefreut?
Darauf den Film auf Grossleinwand zu sehen, Silvano's Buch Honey Ryder und all die lachenden Gesichter von Menschen die unglaubliches Potenzial in sich tragen!

Viel Philosophie, viel Ästhetik und viel Freude am Snowboard – so kann man das Lebenswerk von Nicolas Müller zusammenfassen. Wir freuen uns auf alles kommende mit ihm und seinen Freunden. Merci Nico!

Was ihn wohl von vielen unterscheidet: sein Backside Air
VERÖFFENTLICHT 08.12.2016
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