LBC #18 in Stuben – es lebe das Snowboardfestvial!

Legends Battle & Come-Together oder eben Longboard Classic, die Buchstaben des Kürzels LBC lassen sich verschieden interpretieren. «The Woodstock of Snowboarding» ist eine mutige aber faire Ansage.
Es gibt sie noch, die Soulsurfer mit den richtig langen Brettern – zurecht, wie auch junge TesterInnen am LBC er-fahren durften: Es ist schon ein spezielles Gefühl, mit einem veritablen Longboard durch den Schnee gleiten zu dürfen. Foto: Fredy Holenstein
Ein grossartiges Wochenende, wo alle Anwesenden GewinnerInnen sind.

Wer noch nie in Stuben am Longboard Classic – einem der ältesten und buntesten Snowboard Events weltweit – war, der/ die sollte dies sich mindestens einmal im Leben gönnen. Um es gleich vorwegzunehmen: Schon während der 18. Ausgabe sind die Organisatoren um Paul Gruber und Muck Müller bereits voll motiviert, das Ding auf's grosse 20-Jahr-Jubiläum weiter zu pushen.
Nicht dass es derzeit an etwas fehlen würde oder man noch irgendwas erreichen müsste... Es waren schon unzählige Legenden und Aushängeschilder der Szene an diesem wunderbaren Anlass zu Gast, wie heuer Jeff Brushie, früher Chuck Barfoot – welcher mit den weltweit ersten twin-tip Shapes das Freestyle-Snowboarding ganz wesentlich mit beeinflusst hat – oder auch die klingenden Namen Terry Kidwell, Mike Jacoby und Namensvetter Chantry und Basich etc.

Der Gewinner in der Kategorie «Masters» beim Zieleinlauf: Ralph Castelberg – Stammgast nicht nur am Event sondern auch auf dem Siegertreppchen. Foto: Fredy Holenstein @ WORKZ°NM

Wenn sich soviel internationale Prominenz um den Weg nach Stuben bemüht, muss da 'was dran sein. Doch dies darf weder die hiesigen Helden abwerten noch über deren alljährliche Präsenz hinwegtäuschen!
So oder so haben die alten Hasen aus aller Welt einiges zu berichten aus ihrer langen Laufbahn. Still an einem Tisch zu sitzen und deren wilden Räubergeschichten zu lauschen, kann ein besonderes Vergnügen sein, nebst dem Schliessen von neuen Bekanntschaften mit Gleichgesinnten und Begegnen von schieren Freaks.

The winner is, who has the most fun in the run."— Muck Müller
Zwischem' Philosophieren und Schrauben am Teststand wollte ich es mir nicht nehmen lassen, ein 210-Brett auf seine Method-Air-Tauglichkeit zu prüfen... Foto: ©Vitek Ludvik

Dass das Zusammenkommen dieser lebensfrohen Rider schlussendlich auch auf einer Art Contest gründet, kann leicht vergessen gehen – und das ist gut so:
Ob sich nun jemand ein aufwändig gepflegtes Riesenbrett anstrapped oder in der Kategorie «Old School» mit einer Planke aus den 80er-Jahren gemächlich den Berg runter schwingt, spielt an dem Tag echt überhaupt keine Rolle. Man kann auch mit seinem gewohnten Snowboard teilnehmen und anschliessend spezielle Shapes und die jüngsten Innovationen testen – erlaubt ist fast alles, spezielle Erfahrungen sind erwünscht!

In einem bunten kleinen Zeltdorf sind jeweils zahlreiche kleinere Brands vertreten, welche sonst kaum wahrgenommen werden an den üblichen Testweekends, die von Shops organisiert werden. Hier fallen Marken fast schon verdächtig auf, wenn sie keine speziell Freerideorientierten formen präsentieren können – und dass solche mehr als berechtigt sind in der Snowboardindustrie, beweisen all die erstaunten und lachenden Gesichter von Piloten, die bisher «nur» Freestyle- und durchschnittliche Allroundboards unter den Füssen hatten.
Dass Longboards, Fische und andere tapered Shapes gerade auch im tiefen Sulz und auf feinen Pisten super spassig zum shredden sind, wissen hier die meisten – oder lernen die Vorzüge mit Begeisterung kennen.

Ein Dream-Team: v.l.n.r. Muck Müller, Jeff Brushie und Paul Gruber, die gemeinsam die Besucherinnen angelockt haben und hier vor der Siegerehrung die Stimmung anheizen. Foto: Fredy Holenstein © WORKZ°NM
Poady on, vom Parkplatz bis zum Tanzboden

Es wird gefeiert. Das schöne Leben, das Snowboarden, die Freundschaften... Bereits am Samstagmorgen ist – je nach Wohlbefinden und Engagement in der Nacht zuvor – schon gute Stimmung weitverbreitet und je länger der Event dauert, desto mehr wird alles, was er mit sich bringt, ordentlich zelebriert.
Auch als nach einem sonnigen Nachmittag die meisten Anwesenden sich grad eine Pause gönnen (wollten), fanden sich mit dem verspäteten Auftritt einer wunderbaren – in US-Snowboardkreisen bestens bekannten – Band im Nu wieder ein paar Dutzend Rock'n'Roll Fans zusammen und genossen zwei, drei Freibier von einem (uns) unbekannten Spender; cheeers!
Auch vor- und nachher kam es an verschiedenen Orten immer wieder mal zu spontanen Jamsessions – auf den Parkplätzen wurde bis tief in die Nacht hinein rund um schicke Feuerstellen musiziert, geplaudert und auf's Leben angestossen.
Grad soo schön, wie ja eigentlich im Slogan zum LBC angekündigt, hätte ich mir das Ganze nicht vorgestellt und so werde ich als Neuling sicher auch in den kommenden Jahren nach Möglichkeit wieder die Reise an's «Woodstock of Snowboarding» antreten.
Ihr könnt euch jetzt schon den 7.April 2018 fett in die Agenda eintragen und bis dahin ein paar mal die Gallery von diesem Jahr oder Bilder von früher anschauen.

Was nebst schönen Filmchen von – in Zeitlupe um Slalomstangen carvenden – 80er Racern im Partyzelt auch noch gezeigt wurde, ist dieses Schmankerl, womit LBC-Chef-Organisator Paul Gruber es als erster Snowboarder überhaupt in's Schweizer Fernsehen geschafft hat.

Wer dann schlussendlich das 1001 Höhenmeter starke Rennen – nach Massenstart – jeweils in seiner Kategorie dominiert hat, seht ihr in der LBC Hall of Fame.

Die Festival-Saison ist eingeläutet, wir sind aufgewärmt und ready für (noch) mehr Rock'n'Roll!

THEMA News / Snow
VERÖFFENTLICHT 06.04.2017
SHARE ME…

Kommentare (00)

Bisher sind noch keine Kommentare verfasst worden.

Weitere Beiträge