Roll'n'Rock Surf Special

Ein Beitrag aus Capbreton, wo gute Konzerte, Skaten aber eben vor allem auch Surfen Alltag sind. Wer kennt Weezer, The Rapture oder will eine funny Spanische Surfband kennen lernen?
Aus einem guten alten Song von Weezer «Surf Wax America», resp. dem random Vid dazu mit Lyrics. Screenshot

Sommer ist Roll-Zeit und an Rock fehlt es nicht auf diversen Bühnen. Wir nehmen für euch in einer lockeren Serie unter die Lupe, wo, wann und wie sich Skateboarding – heute ausnahmsweise Surfen – und Musik kreuzen und zeigen in dieser Rubrik bessere und weniger gelungene Kooperationen. Geniesst die warme Zeit des Jahres, ob draussen auf dem Brett, im Keller mit gut aufgedrehten Amps oder Musik im Ohr zum rumcruisen... Roll'n'Rock on!

Weezer, Rapture, Doctor Explosion

Liebe Grüsse vom Meer

Um trotz kleiner Auszeit meine Serie nicht unterbrechen zu müssen, habe ich ein wenig vorgearbeitet, doch mir auch gedacht, dass es am Atlantik mal einen Tag geben würde, wo man den Körper ruhen lassen darf – wenn die Bedingungen nicht so «aamächelig» sind.
So geschehen: Nach einem einzigen Run im Sk8-Bowl von Capbreton wurde dieser wegen Nieselregen zu rutschig und das Meer ist doch sehr rauh für die kleinen Wellen...
So konzentriere ich mich heute also auf das schon länger geplante Surf-Special, welches ich uns eh gönnen wollte. Dies geschieht nun aber in einem den neuen Umständen angepassten Rahmen.

Kaum unterwegs, kam mir zu Ohr, dass ein Kollege unlängst bereits ein ähnliches Vorhaben durchgezogen und damit grosse Arbeit geleistet hat. Auf «Watson» gibt's schon eine sehr nette und inspirierende Auswahl an 28 Surf Songs aus diversen «Unter-Genres» – ich runde hier mit meinen zwei Empfehlungen auf 30.

Übrigens: Ich erlaube mir diesen Exkurs leicht weg vom Skaten nur, weil Surfen technisch so nahe liegt – und die Wellen rollen ja förmlich Richtung Strand!
Also mit Roll'n'Rock auch unsere «Urbewegung» auf Brettern zu würdigen, scheint mir (hoffentlich) nicht zu weit hergeholt.

Surfer haben genügend Zeit, um Gitarre spielen zu lernen

Mal stimmt die Tide nicht, oft weht an den surftauglichen Küsten Europas der Wind höchstens am Morgen angenehm «offshore» – was die Qualität der Wellen erheblich steigert – und wer nicht dauernd der richtigen Swellhöhe nachreisen kann oder mag, verbringt doch auch viel Zeit abseits des Wassers.

So könnte ich mir vorstellen, dass der Name Nada Surf einer in der 90ern bekannt gewordenen Bands auch auf solche Umstände zurückzuführen sein dürfte:
Kein «Surf» (keine Wellen oder schlechte Bedingungen), dann machen wir halt Musik...

Bei den Butthole Surfers ist die Entstehungsgeschichte des Namens einfacher nachzulesen – ursprünglich einer ihrer Songtitel. Wenn man dem Text darin glauben schenken darf, so war der Sänger auch Surfer.

Auf jeden Fall haben nicht nur viele klassische Surfbands der 60er ihre Abenteuer im Meer und am Strand in Songs verarbeitet oder das Spiel mit den Wellen in ihre Namen und Lyrics einfliessen lassen. In den 80ern und 90ern vielleicht weniger als zuvor, doch obige Beispiele sollte man auch heute noch kennen. Den vorher im Vid gefeatureten Surf-Related-Hit mag ich am besten aus dieser Zeit.

Jüngere Musik bieten The Rapture, welche ein wunderbares Coverbild auf ihrem neusten Album (2011) haben und mit dem Song hier immer wieder angenehm melancholische Gefühle von Fernweh wecken; perfekter Reisesong um an's Meer zu fahren mit seiner Liebsten:

Von Burkinis und Surftaliban

Dass ich hier einen «Surfspecial» Beitrag mit relativ geringem Aufwand von meinem Auslandaufenthaltsort liefern kann – mit doch einigen Musiktipps – verdanke ich wie gesagt einem Sinnesgenossen, hinter wessen Auswahl und Infos ich auch stehen kann. Darum erlaube ich mir hier einfach noch einen seiner fein sortierten Tracks herauszuheben, aufgrund absurder, aktueller Storys. Für diese Verweise ich faulheitshalber auch noch auf eine andere Plattform im Netz – im Urlaub darf man das glaub:

Wie man sich am Strand zu kleiden hat, bleibt zum Glück auch für gläubige MuslimInnen Privatsache, deren persönlicher Entscheid. Ein höheres Gerichtsurteil vermochte ein vorübergehendes Burkini-Verbot in einer Stadt Frankreichs wieder verwerfen!
Man sieht glaub in dieser uns Binnenländern wohl bekanntesten Surfnation genügend nackte Haut, da muss man niemanden zwingen, seine/ ihre Verhüllung abzulegen – wenn das jemand wirklich will – egal wie schwer nachvollziehbar.

Vor dem auf der Welle betenden Surftaliban muss man sich deswegen glaub kaum fürchten, obwohl man hier am Atlantik meist Richtung Osten surft. Witziges Cover einer Spanischen Band, welche sich gern an der bestechenden Einfachheit dieser bestens tanzbaren Stilrichtung erfreut – hier noch ein anderer Song von ihnen mit unverhüllten Gesichtern:

So viel von mir für Heute, geniesst (vielleicht) letzte heisse Sommertage und denkt daran, dass auch Surfer an kühleren Tagen ganz böse schwarz verhüllt daher kommen können.
In diesem Sinne bleibt offen, pflegt euren Sinn für Humor und achtet doch auf eure Sprache, begrabt Vorurteile und hört gelegentlich Surfsound.

Roll'n'Rock on – wenn ihr mögt in einer Woche wieder von Zuhause aus mit Mucke aus der Skateszene.

Auch zum studieren des Koran hätte man prima Zeit als Surfer – jeder und jedem das Seine/ Ihre.
THEMA News / Musik
VERÖFFENTLICHT 07.09.2016
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