Ist dieser Winter noch normal? Jein!

Kürzlich wieder Regen auf 2000 m.ü.M., im Süden teils rekordmässig wenig Schnee usw. – eine kleine historische Einordnung zur Beruhigung einerseits, prioritär aber zum Nachdenken und Handeln!
Die aktuellen Schneehöhen im Vergleich zum langjährigen Mittel nach Messungen vom SLF. Foto: Screenshot.
Auf gut 2300 m.ü.M. ende Dezember: Touris sind im T-Shirt am hiken und sonnen sich Gras! Nur ein paar Meter daneben habe ich aber auch noch eine pulverartige Landung gefunden für eine spontane Session. FS Alley-Oop. Handy-Snapshots: Alice Kopynova
Spannender Start im November, besorgniserregende Tiefstände ende und anfang Jahr

Statt die Faust im Sack zu machen, verzweifelt zu Hause zu schluchzen, laut am Stammtisch rauszugeben oder sich gar in Verschwörungstheorien zu flüchten, tut man oft gut daran, sich mit Fakten und Statistiken auseinanderzusetzen.
Ein Blick in die Geschichtsbücher, angenehm zusammengefasst von MeteoSchweiz, zeigt uns, dass sehr schneearme und äusserst warme Winter über Jahrhunderte immer wieder vorgekommen sind.

Die laufende Saison mag uns zwar bisher aussergewöhnlich mager erscheinen – was sie vielerorts bisher auch war – doch die Werte im Vergleich zum Durchschnitt ändern sich oft rasant: Ein aufmerksamer Kollege hat anfangs dieser Saison festgestellt, dass im November auf der Alpennordseite während kurzer Zeit gar schon überdurchschnittlich viel Schnee gelegen ist!
Um Weihnachten und zum Jahreswechsel war die Schneesituation fast überall enttäuschend und die Skigebiete konnten oft nur dank massivem Kunst-Kissen-Schütteln einen minimalen Betrieb anbieten.
Ganz im Westen schaut's die Tage schon wieder anders aus: Nicht um sonst zeitweise grosse Lawinengefahr – die normalerweise nur mit beträchtlichen (Neu-)Schneemassen entstehen kann – und eben bereits wieder Werte, die dem langjährigen Mittel entsprechen.

Tendenz der Temperatur Steigend

Obwohl heutzutage weitgehend wissenschaftlicher Konsens besteht, dass der Klimawandel real ist, darf man diesen Winter isoliert gesehen noch nicht als absolut einzigartig und neues Phänomen bezeichnen. Sehr wohl aber sollte die Situation einem zu denken geben, da sich laut Prognosen und beobachteter Entwicklung der letzten Jahrzehnte solch warme Jahreszeiten – die eigentlich frostig kalt sein sollten – häufen werden oder gar den neuen Standard ankünden.

Hier die Statistik von Elm inkl. «Rangliste» der wärmsten Winter mit dem vorläufigen «Sieger» ende Achtziger. Foto: Screenshot

Es sind also vor allem die vielen aufeinanderfolgenden warmen Winter, die uns grosse Sorge bereiten sollten. Doch vergessen wir nicht: Während wir hier uns über ungenügende Spassmöglichkeiten beklagen, geht es vielerorts auf der Welt um Leben und Tod mit der sich immer deutlicher abzeichnenden Klimaveränderung!
Wer nun also diese schneetechnisch gesehen miesen Wochen als Ansporn nehmen möchte, sich umweltfreundlicher zu bewegen, die oder der soll doch das bitte gerne machen.
Wer aber gleich übermässig Panik schiebt, sich plötzlich als (selbsternannten) Klimaexperten sieht, sein Board in die Ecke schmeisst und an's Meer zum Surfen fliegt, möchte doch bitte mal runter kommen, ruhe bewahren, sich der Realität und seiner sozialen Verantwortung bewusst werden!
Was wir uns leisten punkto Energieverbrauch – in der Freizeit – kann durchaus seinen Teil dazu beitragen, weltweit die heikle Lage zu verschärfen. Auch wenn unser CO2-Ausstoss – von PW's, Flugis und über Ernährung etc. – im Vergleich zu Kohlekraftwerken in China verschwindend klein ist, so bleibt dies doch einer der wenigen Bereiche, wo wir ganz bewusste Entscheidungen treffen und unmittelbaren Verzicht üben können.

Und noch ein Bild aus dem Familienalbum: Spassiges Schlitteln an Silvester – wofür die Bedingungen (auf eisigen Strassen) ideal waren, ganz im Gegenteil zum Snowboarden.
Bewegung, Community, Trost

Diese Überschrift soll nun nicht in Werbung für eine Selbsthilfegruppe oder Sekte leiten!
Im Gegenteil: Trösten können wir uns an der natürlichen Tendenz, welche mit der Erwärmung eben auch mehr Niederschlag – in Form von flauschigen Flocken bei genügender Höhe – bringen dürfte. Fette Powderdays sind also sicher nicht Schnee von gestern!
Wer sich bewegen mag, umso besser: Die «heutige Jugend» (wohl auch die Post-Jugendlichen) macht offenbar immer weniger Sport, wenn, dann am ehesten noch im Fitnessstudio... Fuck that, schade, dass nicht mehr zu Kunst auf Brettern animiert wird!
Und, wer sich vertieft mit dem Thema beschäftigen möchte und doch auch froh wäre, mal ein paar Gleichgesinnte kennen zu lernen, soll doch mal hier vorbeischauen – es hat noch wenige freie Plätze für die Ride Greener Days.
Nüchterner Austausch tut gut, um zu sehen, dass man nicht alleine ist auf weiter Flur, und nicht ein weltfremder, verkorkster Hippie sein muss, wenn man sich um eine lebenswerte, möglichst friedliche, faire und somit «grünere» Zukunft bemüht.

Wer sich als SnowboarderIn im Freeridebereich weiterentwickeln möchte und Erfahrungen mit Splitboard oder Schneeschuhen sammeln will, meldet sich hier an:
Mit Bergführern lernst du eine Tour planen, erfährst, wie man eine sichere und auch energietechnisch sinnvolle Aufstiegsspur plant und dass man ebenfalls weit abseits von Pisten, Liften, Lärm und Halligalli – dann erst richtig – Spass haben, Ruhe und Erfüllung finden kann.

Zum Schluss noch ein Method in nicht optimaler Qualität – Auflösung, Höhe und Style – doch einfach weil's trotzdem Spass gemacht hat, noch zu Snowboarden; während viele schon nicht mehr an solche Optionen geglaubt haben... Doch wer sucht, der/ die findet!

P.S: Die jüngsten Prognosen schauen nun für diverse Regionen vielversprechend aus – abgesehen vom starken Wind –, es wird der Jahreszeit entsprechend kühler und die Schneedecke wächst vielerorts auf ein akzeptables bis durchschnittliches Mass an!

Weiter so, Frau Holle.
Lassen wir sie ihre Arbeit machen und das Produkt respektvoll geniessen, statt ihr das Werk zu erschweren!

THEMA News / Snow
VERÖFFENTLICHT 12.01.2016
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