Ideale Bedingungen für Splitboard (Test-) Touren!

Kesti stellt 1 Spot, 1 Board und 1 Bindungssystem vor
Es locken noch immer zahlreiche, unverspurte Lines nach kleineren und grösseren Dumps.
Warm-up-Turn ca. um 11 Uhr – ohne weit zu suchen. Mit gut Spray trotz wenig Neuschnee. In diesem Powder-Haus lässt sich angenehm Leben! Foto: Simu Kestenholz
Die Saison ist noch nicht zu Ende, Winterhektik aber passé.

Es sind nicht mehr viele Seelen, die sich bei teils schon sehr warmen Temperaturen und Blumenpracht im Unterland derzeit noch in die Berge verirren...
Doch wissen einige unermüdliche Schneesurfer die speziellen Qualitäten der Jahreszeit umso mehr zu schätzen und ziehen sich in aller Ruhe weitere Powderdays rein.

Jep, gerade in kleineren Gebieten wie auf der Engstligenalp bei Adelboden ist der oft anstrengende Fight um jede Are jungfräulichen Pulverschnee kaum Thema und weicht meist kollegialen Sessions unter «letzten» Gleichgesinnten – gelegentlich ist man sogar froh, nicht alles selbst verspuren zu müssen, um doch noch ein Bier in der Sonne geniessen zu können ohne Verdacht auf Muskelkater am nächsten Tag.

Ja der eine, feine Bügellift hat's in sich mit seinem offenen Gelände und Pisten, welche einen easy zu gut abgelegenen Spots hin und wieder zurück traversieren lassen. So kann man bei Bedarf gut am Morgen zuerst noch ein paar Runs zwecks Feintuning am Splitsetup machen, bevor man sich anschliessend auf eine beliebig lange Tour begibt.

Start Hike kurz vor Mittag: Das Splitboard wartet darauf, ein erstes Mal umgebaut zu werden. Im Hintergrund sieht man die lange, doch angenehme Traverse zu den unzähligen Möglichkeiten von Lines unterschiedlicher Neigung.
Nimm so viel du willst und kannst!

Es gibt ja einige Spots, die noch «on» sind bis Anfang oder gar Ende Mai:
Vom Corvatsch im Graubünden über Engelberg in der Zentralschweiz bis Zermatt im Süden gibt es diverse Orte, welche einen noch bequem mit der Gondel in schneereiche Höhen bringt – teils sogar zu fetten Parks mit schier endlosen Springsessions.
Doch wer sich langsam ausreichend auf Sprüngen oder Metall ausgetobt oder zerstört hat, mag sich vielleicht nochmal simpel surfend über'n Schnee bewegen und die Saison auf eher ruhige und natürliche Weise ausklingen lassen.
Und eben dazu kenne ich kaum ein geeigneteres Gebiet als der unauffällige Ort im Berner Oberland:

Richtung Wildstrubel kann man in schier jedem beliebigen Schwierigkeitsgrad seine Ausrüstung und Fitness auf Probe stellen – was ich vor kurzem genutzt habe, um neues Material und zusätzliche Features als Ergänzung für's Bewährte zu testen.
Im ersten Teil der bis zu 5-stündigen Tour gibt es bei günstiger Lawinensituation kaum Gefahren; man kann jederzeit auf einfachen, schönen Routen durch flaches Gelände mit viel Platz abfahren oder jederzeit umkehren, wenn irgendwas nicht passt oder auch das Wetter plötzlich umschlägt.
Vor dem «Früestücksplatz» auf ca. halber Höhe, bieten sich bereits sehr attraktive, verspielte Coulis mit nördlicher Ausrichtung an, wo man sich je nach Verhältnissen den letzten Pow oder richtige Tiefe an Sulz an den Seiten aussuchen kann.
Weiter ist aber eine heikle Steilstufe nicht zu unterschätzen, welche im folgenden Vid mit der super eindrücklichen Wächte zur Geltung kommt:

Eine kleine Perle, welche aber nicht zu unterschätzen ist mit viel Triebschnee im Einstieg. Dieser wiederum kann schwer zu erreichen und lokalisieren sein...

In diesem kleinen GoPro-Teaser habe ich versucht, lediglich einen ganz kleinen Eindruck vom Berg zu vermitteln... Zusätzlich gibt's darin einen Einblick in die Palette an praktischen Gadgets von Spark R and D.
Auch wenn ich das Ziel meiner Begierde – einen vor ca. 15 Jahren möglicherweise von mir erstbefahrenen Hang wieder zu geniessen – aufgrund der doch heiklen Bedingungen am Einstieg nicht erreichen konnte, so bleibt eine lehrreiche Tour mit unerwartet guten Runs in bester Erinnerung.

Spark Arc Test mit neuen Harscheisen, Heellocker und weiteren hilfreichen Features.

Bereits vor einem Jahr haben meine Kollegen euch hier einen – immer noch gültigen – Ratgeber zu Splitboard-Bindungen angeboten. Dort sind die wichtigsten Funktionen, Vor- und Nachteile der Karakoram Prime 1 beschrieben, welche sich nicht wesentlich verändert und bei persönlich regem Gebrauch stets bewährt hat. Nun hatte ich dank der Unterstützung vom Doodah die Möglichkeit, die Spark «Arc» mit allen möglichen, verbesserten Accessoires direkt zu vergleichen:
Die schlanke, schnörkellose Bindung hat mich vom Halt und Flex her bereits bei meinen Warm-up-Runs am Lift überzeugt, was ein wichtiger erster Kontakt war.
Respektive schon beim Montieren der neuen Spark Pucks war ich froh, um die erhofften neuen Möglichkeiten und fand das Schrauben/ Ausrichten viel angenehmer. Man hat hier gegenüber den einfacheren Teilen von Voilé mehr Spielraum, um seinen Stance-Vorlieben gerecht zu werden – einfacheres Anpassen von feinen Korrekturen für's Zentrieren (Toe-/ Heeldrags) vom Fuss aber auch Schieben Richtung Nose/ Tail!

Weiter empfand ich ebenfalls dass Rein- und Raussliden der Bindung «schlüpfriger», ob Zuhause oder auf dem Berg.
Grundsätzlich war ich sehr positiv überrascht vom verbesserten Tesla T1 System, das frühere Versionen und Kooperationen mit Voilé nun deutlich in den Schatten stellt.
Das Rip 'N' Flip Highback ist genial einfach und funzt tiptop; die Snap Ramps sind eh praktisch und auch wenn man bei ungünstigen Schneebedingungen evtl. mal Mühe hat sie runter zu kriegen, so bleibt ein sicheres Gefühl, weil man bei der Abfahrt mit Druck darauf steht; die T1 Heel Locker wirken stabil und sind easy zu bedienen. Schlussendlich sind die verbesserten Ibex Crampons wirklich Gold wert und sollen viel resistenter sein als ihre Vorgänger. Dass diese Harscheisen nicht mit der Bindung verbunden sind und lediglich mitgeschleift werden, hat mich kaum gestört. Dies umso mehr , da ich im sehr steilen und pulvrigen Aufstieg froh war um jeglichen zusätzlichen seitlichen Halt - was weniger Wegrutschen bedeutete!

Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Spark R and D ist wohl momentan nicht zu toppen und ich sehe für mich als Gelegenheits-Splitboarder kaum mehr wesentliche Nachteile zum deutlich teureren Basic Setup von Karakoram – auch wenn dort halt schon mehr Funktionen fix integriert sind.

Klassische Shapes bewähren sich nach wie vor auf Tour, wo ich mich nicht auf wilde Experimente einlassen möchte. Hier mein 71er SUPREME von LTB.
Gedanken zur Wahl des Boards beim Touren

Wer's noch nicht probiert hat, der/ die soll definitiv mal die Vorzüge eines Hikes auf einem Splitboard gegenüber Schneeschuhen und schwerer Last am Rücken geniessen.
Natürlich können bei kürzeren Aufstiegen und speziellen Bedingungen immer noch andere Optionen mehr Sinn machen, doch meist wird der Gang abseits der Lifte mit Fellen auf der grossen Fläche eines Snowboards die beste Lösung sein.
Es gelten dann aber nicht zwingend die selben Kriterien, wie bei einem reinrassigen Powderboard, wo ich normalerweise massive Breiten und/ oder Längen bevorzuge.
Für's Touren kann aber die Breite zum Problem werden bei harten, exponierten Passagen oder langen Traversen. Je länger ein Brett ist, desto schwieriger wird es bei sogenannten «Spitzkehren» in steilen Aufsteigsspuren.
Schlussendlich würde ich empfehlen, weniger Breite mit mehr Länge zu kompensieren, damit du schlussendlich noch viel Float hast durch eine massive Nose – evtl. leicht «tapered» (vorne breiter als hinten).
So fahre ich im Pow grundsätzich lieber «exotische» Shapes mit brutalen Specs, bevorzuge aber als Splitboard «konservative» Camberboards mit modernen Features wie leichtem «early rise» Noserocker. Hier ein Beispiel, das sich erstaunlich gut bewährt hat – auch wenn man weiss, wie es anders sein kann. 171 lang, 27 cm breit mit gut 5 cm Setback, gibt es mir ein sicheres Gefühl, auch bei heiklen Stellen im Hike oder eisigen Traversen in der Abfahrt, es «verhäbt» dank steifem Flex aber auch bei Highspeed Straightlines und gleitet gut über Flächen.
Kann übrigens gern auch mal bei mir persönlich ausgeliehen und getestet werden inkl. diesem genial einfachen Fell und eben dem Spark Setup.

Häppchen und Schnäppchen

Yeah, was bleibt da noch zu sagen!?!
Profitiere von den genialen Verhältnissen und schau' dich ein wenig in den Shops um, wo's zur Zeit günstige Angebote gibt.

Wenn du jetzt noch Material auf dem neusten Stand der Entwicklung testen kannst, weisst du auch, was du dir zur nächsten Weihnacht wünschen wirst – nebst einem fetten Haufen Schnee... Von letzterem hat's im Moment noch reichlich ab einer gewissen Höhe und Ausrichtung; es braucht nur ein wenig Fresh oder die richtige Portion Sonne, um sich noch einige erlebnisreiche Tage im weichen Schnee gönnen zu dürfen.

VERÖFFENTLICHT 19.04.2016
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