In Gear We Trust - Jones Hovercraft 2017/18

Die neuste Generation der Floatmaschine im Test

Der Winter ist noch nicht alt und es liegen schon meterweise Schnee. Zeit sich Gedanken über sein Powderspielzeug zu machen. Wenn ihr auf Speed und Wendigkeit aber nicht auf brennende Oberschenkel am Ende des Powdertages steht, dann liefert euch Jones Snowboards mit dem überarbeiteten Hovercraft der Saison 2017/18 ein bewährtes und innovatives Board.

Surfshape in der dritten Dimension

Bei der Hovercraft Linie findet man die grösste Neuerung der letzten Jahre in dessen dreidimensionaler Formgebung. Nach wie vor wird ein Hybridprofil verwendet, bei dem ein Camber zwischen den Füssen für kraftvolle Turns und stabilen Kantenhalt sorgt, während der langgezogenen Rocker für den monumentalen Auftrieb verantwortlich ist.

Jones Snowboards Hovercraft 2017/18 - bewährter Shape in neuer Dimension

Das Jeremy Jones sich gerne von seinen Surfwurzeln inspirieren lässt haben schon andere Modelle wie das Stormchaser bewiesen. Neuerdings geht man im Hause Jones jedoch eine Dimension weiter und übernimmt hydrodynamische Konzepte, was als 3D Contour Base 4.0 oder leichtgängiger als Spoon Shape bezeichnet wird. Die Kante der Nose wird dabei rundherum um 7 mm angehoben, was ihr die Form eines Löffels gibt. Der Tailrocker ist ebenfalls an der Seite um 4 mm angehoben und verfügt in der Mitte über einen Speed Channel, der den Schnee unter dem Board nach aussen führt und dadurch wie der Name schon sagt zu mehr Speed verhelfen soll.

Hovercraft 3D Contour Base 4.0 (Nose (l.), Tail (r.)

Neben dieser Neuerung wurde auf einige bewährte Features des Hovercraft zurückgegriffen. So verfügt auch das Modell 2017/18 über Mellow-Magnetraction um den Kantenhalt aufgrund des Rockers auszugleichen. Ebenfalls wird weiterhin auf eine ökologische Herangehensweise geachtet indem überdimensionale recycelte Kanten für eine längere Lebensdauer, sowie recyceltes ABS-Plastik verwendet werden. Das Topsheet besteht aus schnell nachwachsendem Bambus und vorgewachst wird euer Board mit fluorfreiem Wachs. Das dankt euch die Ozonschicht und schlussendlich euer weniger ausgeprägter Sonnenbrand am Abend.

Und wie fährt sichs?

Wie der Slogan bereits vorwegnimmt – «Don’t Call Me a Pow Board, Pow Board» - ist das Hovercraft viel mehr als ein Powder Board. Trotzdem werdet ihr damit unweigerlich im tiefen Schnee landen, denn dort brilliert es.

Don't Call Me A Pow Board, Pow Board"— Jones Snowboards

Trotz der riesigen Nose sind die Füsse beim Hovercraft nicht komplett nach hinten versetzt, wodurch immer noch ein grosszügiges Tail übrigbleibt. Dieser Shape kombiniert mit dem eher geringen Taper für einen solches Board resultiert darin, dass es auf dem Schnee aufschwimmt, statt durchzupflügen. Das macht das spezielle Fahrgefühl dieses Boards aka. «hovercraften» aus. Es ist etwas weicher als die älteren Modelle vor 2016, was dem Hovercraft aber gar nicht schadet. Weich genug für gemütliche Surfturns und trotzdem genügend Steifigkeit um auch bei Speed im Pow stabil zu bleiben. Die weiche, lange Nose schluckt kleine Unebenheiten im Gelände wie Pacman und es braucht kaum eine Gewichtsverlagerung auf den hinteren Fuss um ein Abtauchen zu verhindern – Das Hovercraft schwimmt…immer! Durch den neuen Spoon Shape kommt das Board auch mit einem Harschdeckel auf dem Pow besser zurecht, da es weniger schnell über die Kante abtaucht. Ausserdem hat sich dadurch das Surfgefühl, welches dieses Board immer schon vermittelte, noch einmal etwas verstärkt und egal ob der neue Speed Channel oder der allgemeine 3D Shape dafür verantwortlich sind, es gleitet noch einen ticken besser und verschafft euch dadurch in den flacheren Hangausläufen zum Lift einen weiten Vorsprung vor der Powderkonkurrenz. Obwohl sich das Hovercraft auf der Kante zu Turns mit grösserem Radius hingezogen fühlt, bleibt es durch das kurze Tail extrem wendig. Trotzdem ist dieses wiederum lang und kraftvoll genug um euren Ollies einen anständigen Luftstand zu verpassen - eine gelungene Kombination.

Das Hovercraft wofür es gebaut wurde - Overhead Barrels. Photo: Martin Good / martingood.ch

Obwohl als Powder Board konzipiert hört der Spass auf der Piste nicht auf, falls das weisse Gold mal fehlen sollte. Das Camber Profil zwischen den Füssen, gepaart mit der Mellow Magnetraction Kante, garantiert guten Kantenhalt auch bei harter Unterlage. Der Spoon Shape beeinträchtigt die Carve-Eigenschaften in keinster Weise, da er vor dem eigentlichen Camber aufhört. Stattdessen fühlen sich die Kurvenübergänge extrem weich an. Man rollt über die Nose mühelos von Turn zu Turn und kann sich ohne Gefahr zu Verkanten über das abgehobene Tail aus den Turns rauspowern. Ausserdem schluckt die löffelförmige Nose Unebenheiten auf der Piste noch effektiver als die alten, flachen Modelle, wenn man aufgekantet darauf trifft. Durch den leichten Tailrocker lässt sich das Hovercraft auch switch landen und fahren, das nötige Vertrauen vorausgesetzt.

Fazit

Das Hovercraft ist ein brillantes Powderboard das an den Tagen zwischen den Schneefällen genau so viel Spass macht wie während den apokalyptischen Dumps. Es bietet genug Stabilität für langgezogene, schnelle Surfturns, von denen ihr Nachts träumt, verwandelt sich aber sofort in ein wendiges Wiesel wenn die Bäume rufen. Die neue Spoon Form von Nose und Tail verleihen dem Surffeeling ein neues Level und die gerollten Turns fühlen sich beim carven butterweich an. Das Hovercraft eignet sich durchaus als Board für alle Tage, für all jene, deren Winter daraus besteht auf Powdertage zu warten und die die Zeit dazwischen nützen um ihre Turns zu perfektionieren. Für Rider, denen Freestyle und Switch Landungen wichtig sind um Spass auf der Piste zu haben, ist es hingegen eine geniale Ergänzung der Boardsammlung für tiefe Powdertage. Erhältlich in den Längen von 148 – 164 cm, sowie in einer schmaleren Damenversion in 146 und 150 cm.

Bambus Topsheet - nachhaltig und einfach schön
VERÖFFENTLICHT 09.12.2017
SHARE ME…

Kommentare (00)

Bisher sind noch keine Kommentare verfasst worden.

Weitere Beiträge