Drink local –– Fuck global

Mmmh Bi!ier... Weckt den Homie wahrscheinlich auch in dir, vor allem in dieser durstig heissen Zeit. Gesellschaftsdroge Nr.1 hat die meisten von uns fest im Griff, oft mehr als wir den Umgang mit ihr. Doch dieser Beitrag soll weder das goldene Getränk verherrlichen noch verdammen, Wertungen überlassen wir anderen. Jede(r) soll für sich selbst einen angemessenen Umgang mit Alkohol finden, vielleicht ab und zu mal checken, unter welchen Bedingungen und allfälligen Zwängen man wie viel konsumiert.

Da aber viele, wie ich auch, mal in den Schlamassel reingerutscht sind und (noch) nicht bereit sind, dem Ganzen in absehbarer Zeit ein Ende zu setzen, ist die Frage hier nicht wie viel, sondern woraus wir saufen.
Am Gurten Festival z.B. habe ich mich nach langem Ringen und unzähligen Wegwerfbechern doch noch für den Erwerb von einem Mehrweg-Kübel entschieden, auch wenn in diesem dann Backstage nur drei, statt der vorgesehenen vier dl Ausschank pro Voucher platz hatten, was zu Diskussionen mit dem Personal führte.

Dass man grundsätzlich keine Aludosen auf die meisten (Konzert-) Gelände bringen darf, mag für viele budgetorientierte Trinker(innen) ärgerlich sein, doch sehe ich dies mittlerweile positiv. Die Gewinnung von Aluminium ist was vom übelsten und energieaufwändigsten und dessen Recycling wohl auch eine Utopie an Grossanlässen.
Die billigsten Biere kommen auch nicht (mehr) aus der Schweiz, sondern haben oft sehr lange Transportwege hinter sich, was ein zusätzliches Argument liefert, möglichst lokale Getränke in Glasflaschen zu erwerben. Ja dies ist oft umständlicher und ach so gefährlich wegen den Scherben, welche aber auch zuerst mal gemacht werden müssen und nicht einfach so passieren!

Am Paléo Festival etwa wird den Besuchern zum Glück noch etwas mehr Eigenverantwortung zugetraut und siehe da: es funzt wunderbar seit Tag und Jahr... Es gibt dort Recyclingstationen, wo gewissenhafte Säufer ihren Behälter sachgerecht entsorgen können, was erstaunlich viele tun.
Da ich mich mit westschweizer Brauereien nicht auskenne, empfehle ich dort z.B. Denner schweizer Lagerbier – 10 Flaschen à 5dl in Plastik gebündelt zu einem unverschämten Preis.

Doch ansonsten versuche ich schon möglichst lokale Brauereien zu unterstützen, welche es in jeder grösseren Stadt gibt:
Gurten Bier wird leider nicht mehr in Wabern b. Bern sondern in Rheinfelden hergestellt, doch in dessen alten Ruinen hat sich neu Wabräu eingenistet. Des weiteren gibt's in der Hauptstadt z.B. Felsenau, welches auch in Coop & Co erhältlich ist. Im Berner Oberland ist natürlich Rugenbräu angesagt, das man sich am besten in Harassen gönnt für zu Hause, im 10er (Glas) als Mitbringsel für die Grillparty oder dann als 6pack Dosen für Springshreds auf dem Berg.
Lozärner Bier gibt's nebst Einsiedler im ähnlichen Stil für unsere zentralschweizer Kollegen, Calanda natürlich im Graubünden, obschon dies ja auch zu internationalen Konzernen gehört, die Alternative in Laax kommt aus Flims!
In Zürich schlussendlich hätten wir Turbinenbräu und das nahe gelegene Wädi-Bräu, im Nordosten natürlich Quöllfrisch/Appenzeller, welche gar bestes Bio-Bier herstellen. Ich würde mich über weitere Tips in Kommentaren freuen...

Auf jeden Fall sollte Bier nicht nur Gewohnheits- und Geschmackssache bleiben, sondern darf gerne auch zum ökologische(re)n Genuss werden. Egal wo du bist, frag nach dem Local Stuff und unterstütze die letzten unabhängigen Brauereien! Vielleicht zahlst du mal ein Fränkli mehr, doch ist dies eine wichtige und wertvolle Investition in die Zukunft, meist aber auch Gegenwart, wenn du plötzlich mal wieder eine eigene Note eines Brauers um die Ecke in deinem Gaumen wieder findest, der Preis kann dann auch eine Motivation sein, eins weniger zu nehmen, was selten schadet.

Amen


Auch wenn Gelegenheits-Umweltaktivisten am besten gar nichts trinken sollten, so bleibt die Angst vor möglichen Folgen...


So oder so siehts dann oft in etwa so aus, bei Abstinenzversuchen:


Reverend R(ag)eto Kesti steht schon sein Leben lang mehr auf Boards als auf die Kirche, findet aber, dass auch ohne christlichen Hintergrund gepredigt werden sollte. Er hinterfragt seit über 20 Jahren das Snowbiz wie auch andere Bereiche des täglichen Lebens und setzte sich nicht erst für den Umweltschutz ein als dieser salonfähig wurde. Er verkündet gerne mit viel Liebe ein board-spezifisches Wort zum Sonntag, in der Hoffnung auf mehr Respekt in der Gesellschaft und (ihrer) Welt.
THEMA News / Snow
VERÖFFENTLICHT 27.07.2013
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