Roll'n'Rock mit The Faction

Classic 80's Skatepunk mit der Band von Steve Caballero und andern schillernden Gestalten der damaligen Rollszene. Sie haben den Schlachtruf «Skate & Destroy» bekannt gemacht.

Sommer ist Roll-Zeit und an Rock fehlt es nicht auf diversen Bühnen. Wir nehmen für euch in einer lockeren Serie unter die Lupe, wo, wann und wie sich Skateboarding und Musik kreuzen und zeigen in dieser Rubrik bessere und weniger gelungene Kooperationen. Geniesst die warme Zeit des Jahres, ob draussen auf dem Brett, im Keller mit gut aufgedrehten Amps oder Musik im Ohr zum rumcruisen... Roll'n'Rock on!

Nicht mehr ganz so wild, wütend und frisch, doch immerhin: unzerstört, still alive.

The Faction, Cab, Bones Brigade

Eine dreckige und doch edle Perle gegen Ende Saison

Ja liebe Leute, der Sommer scheint sich langsam verabschieden zu wollen und vielleicht – je nach Lust und Laune – werde auch ich mit meiner Serie hier bald mal abschliessen. Die Ideen gehen mir zwar nicht aus, eigentlich werden es durch die laufende Arbeit eher mehr, doch drohen die Beiträge teilweise in ein ernüchterndes Muster zu geraten; da tut vielleicht eine Pause mal gut.
Falls dies bis auf Weiteres der letzte Artikel seiner Art sein sollte, dann kann ich doch nicht aufhören, ohne diese Band gefeatured zu haben.
Ihren wichtigsten Titel kennen wir – den Worten an – alle, er wurde unzählige Male missbraucht für billige Marketingzwecke – dabei gebührte dieser Wortfolge doch massiv tiefere Ehre.
Skate and Destroy wurde bereits 1984 als «Opener» Track auf dem ersten Bones Brigade Vid gefeatured und somit zur Kampfansage der Skategeneration, die auch heute teils noch hochgehalten wird.
Also entweder die ersten Minuten reinziehen (Song ab 0:52) oder jederzeit ohne schlechtes Gewissen grad den ganzen halbstündigen Movie gönnen – du wirst eh Mühe haben, dich losreissen zu können:

Als Pazifist kann ich zwar gewisse Zerstörungswut von (skatenden) jungen Erwachsenen theoretisch nachvollziehen, doch da gefällt mir das weniger hässige The Kids Are The Future doch deutlich besser. Lasst uns die Groms auf spannende und nicht allzu (selbst-) zerstörerische Bahnen lenken – auch wenn sie natürlich ihre Fehler und «Fuck-ups» erleben müssen und «dürfen».

Ich mag simple, von Hand gezeichnete Flyer mit klarer Ansage und freaky Faces.
Die realste Skatepunk Band

Nachdem in meinen bisherigen Roll'n'Rock-Beiträgen viel darüber spekuliert und gesprochen worden ist, ob nun die Musiker auch skaten können oder sich nur ein breiteres Publikum verschaffen wollen – wenn sie Bilder oder Worte mit Bezug zum Rollbrett gebraucht haben –, dann ist dieser Punkt hier für einmal ganz klar.
Auch beim begriff Skatepunk ist das Wort mehr als (Mitte der 90er) berechtigt:
Wirklich HC, Anti, Fuck you!

Dass die Band eigentlich mehr so zum Zeitvertrieb – vielleicht zur Erholung – zwischen oder nach Skatesessions gegründet worden ist, und dies nicht per Zufall auf dem Grundstück von Steve Caballero unweit seiner Vertramp, bringt einiges mit sich. Auch der erste Schlagzeuger Graig Bosch hatte einen nach seinem Namen benannten Signature Trick und in einer späteren Formation stiess sogar mal Jeff Kendall zur Band. Der Frontmann/ Sänger Gavin O'Brien rockte anscheinend die Local Skateparks in Kalifornien ähnlich wie bis zu den letzten Auftritten die Bühne – reife Leistung!

The Faction in jüngeren Jahren mit Steve Cab noch am Bass, bevor er an die Giti gewechselt hat.
Der schier unzerstörbare Steve Caballero

Vor nicht allzu langer Zeit hat anscheinend der gute und doch auch schon ältere Cab noch bei einer Reunion-Show von The Faction mitgewirkt – Teufelsmusik gespielt, kurz bevor er sich dann doch (wieder) unmissverständlich als gläubiger Christ geoutet hat... Wie man das alles deuten soll, darf vielleicht auch mal ein Rätsel bleiben, Hauptsache ist, die Legende hat immer noch spass am Leben und Skaten mit nun über 50 Lenzen auf dem Buckel. Auch an seinem Birthday Bash ist er noch mit seiner Band auf der Bühne gestanden – natürlich gitarrespielend – und hat selbstverständlich mit Kollegen im besten Skatealter die Bowl gerockt.

Auch in eindrücklichen Aufnahmen aus dem laufenden Jahr konnte man noch einen «Skate and Destroy» Sticker auf seinem Deck eräugen, doch den Soundtrack dazu muss man dann schon wirklich ironisch «passend» interpretieren können, damit sein Image nicht zu heftig an Glanz einbüsst – aus der Punkperspektive betrachtet.

Wie auch immer, alles ist Vergänglich und im Leben durchläuft man (gerade) als Skater oft diverse Phasen, wodurch sich Geschmäcker, der bevorzugte Musik- und Kleidungsstil etc. zigmal ändern können.
Behalten wir sein Lebenswerk – wie eine Vielzahl an von ihm erfundenen Sk8tricks – als wertvolle Inspiration in Erinnerung und hoffen in seinem jetzigen Alter auch noch so fit sein zu dürfen!

Dieser wunderschöne Slomo Clip musste unbedingt noch rein – hier habe ich die Musik zuerst gar nicht richtig wahrgenommen... Skaten kann so unzerstörerisch ästhetisch sein, dass «nothing else matters».

THEMA News / Musik
VERÖFFENTLICHT 20.09.2016
SHARE ME…

Kommentare (00)

Bisher sind noch keine Kommentare verfasst worden.

Weitere Beiträge