Roll'n'Rock mit the Spits

Primitiver Lo-Fi Robot-Pönk mit Skateallüren.

Sommer ist Roll-Zeit und an Rock fehlt es nicht auf diversen Bühnen. Wir nehmen für euch in einer lockeren Serie unter die Lupe, wo, wann und wie sich Skateboarding und Musik kreuzen und zeigen in dieser Rubrik bessere und weniger gelungene Kooperationen. Geniesst die warme Zeit des Jahres, ob draussen auf dem Brett, im Keller mit gut aufgedrehten Amps oder Musik im Ohr zum rumcruisen... Roll'n'Rock on!

The Spits

Da gleich mal zwei Songs zum reinkommen, ab 1:40 das legendär simple «SK8».

Nette Brille.
Sex, Sk8 and Robot'Roll

Auf zwei ihrer drei ersten «self-titled» Alben – deren gibt's fünf – ist je ein Roboter mit einem Skateboard und eine sexy Lady zu sehen. Ein simples Abbild unserer Generation(?): Weil wir (Männer) biologisch so gesteuert sind, können Pics von (attraktiven) weiblichen Körpern fast nur Hingucker sein; ein Rollbrett um sich vom alltäglichen Bullshit oder Problemen mit dem andern Geschlecht abzulenken macht Sinn; Technik wie Roboter, Kompis, Smartphones etc. sind nicht aus unserem Leben wegzudenken und gewisse Tools brauchen wir, um unsere Begeisterung für die ersten beiden Themen zu teilen, verstärken und überhaupt...

Was schreibe ich hier eigentlich für einen Schwachsinn?! The Spits spielen und leben Punkrock. Da braucht's eben keine von diesen ach so künstlerisch (rein-)interpretierten Theorien! Wahrscheinlich hat sich da gar niemand gross 'was überlegt, irgendwie sind die Gebrüder Wood wohl dem Skateboard gegenüber nicht abgeneigt und das war's.

Ihr Sound ist was er ist: Einfachst gestrickt, klassisch instrumentiert für ein trashige Kombo, die sich lediglich mal den Luxus von einem zusätzlichen Keyborder gönnt. Doch von den Tasten und Saiten erklingen niemals virtuose Akkorde, da wird eher zusammen auf einen durchdringenden Ton hingearbeitet, damit das Ding auch live jederzeit an jedem Ort funktioniert.

Ebenso verständlich kommen die Lyrics daher, amüsant, zum mitjohlen geeignet, aus dem Leben gegriffen oder aber auch mal fantastisch sinnarm.
Weniger ist mehr, mehr wäre zuviel, warum's kompliziert machen, wenn's auch einfach funktioniert und Spass bringt?!

Schmucke Mucke für Videoparts und Homepartys

Einige hier mögen The Spits vielleicht noch aus Absinthe Films' «More» kennen, wo sie mit Remote Control für musikalische Abwechslung sorgen durften – für mich damals nicht unwesentlich, gar wichtig.

Auch zu einem Skatepart wie oben von Al Partanen kommt der Sound passend schmutzig daher, während es sich dieser kleine Bowl-Gott dreckig gibt in abgefuckten Spots. Da kann ich nur wieder mal sagen: Gerne mehr davon! Doch irgendwann ist's dann auch genug; man muss nicht mehr als die ersten drei Alben kennen (lernen), für mich persönlich ist eigentlich schon nach dem Debut der Zenit überschritten und man braucht nicht wirklich mehr als eine Scheibe von diesen primitiven Bastarden in einer CD-Sammlung.

Doch wer deren Werk noch gar nicht begegnet ist, der/ die gönne sich doch mal noch stecknadelkopfgrosse Perlen der Musikgeschichte wie I H8 Pussies oder Die Die Die – tut kaum weh und geht sonst auch schnell vorbei wie die meisten ihrer doch sehr kurzen Arrangements.

Ach, und ob einer von diesen Jungs auch jemals mehr als zehn Meter am Stück auf einem Skateboard gefahren ist? Ist mir scheissegal! Punk's not dead.

THEMA News / Musik
VERÖFFENTLICHT 13.09.2016
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