Roll'n'Rock mit der besten Band der Welt

Die Ärzte sind zumindest die lustigste Band, welche mit hunderten, feinsten Konzerten schon Millionen von Fans begeistert haben. Farin möchte auf seinem Skateboard sterben (wenn es einmal soweit ist).

Sommer ist Roll-Zeit und an Rock fehlt es nicht auf diversen Bühnen. Wir nehmen für euch in einer lockeren Serie unter die Lupe, wo, wann und wie sich Skateboarding und Musik kreuzen und zeigen in dieser Rubrik bessere und weniger gelungene Kooperationen. Geniesst die warme Zeit des Jahres, ob draussen auf dem Brett, im Keller mit gut aufgedrehten Amps oder Musik im Ohr zum rumcruisen... Roll'n'Rock on!

DÄ – Farin Urlaub

Das gescannte Booklet – Seiten 3 und 4 – vom legendären live Doppelalbum «Nach uns die Sintflut» 1988.
Ein Handstand und eine Textzeile sind genug.

Seit 1982 werden laufend Geschichten und Bilder über Die Ärzte angehäuft – wie soll man da genau die Fotos und Statements finden, welche man sich von der Datenmenge im Netz erhofft!?!
Wie auch immer, hier der Beitrag, den ich schon letzte Woche bringen wollte – bleiben wir noch einmal beim Deutschpunk (einfachheitshalber so zusammengefasst im Wissen über die Ausflüge der Bands in verschiedenste Stilrichtungen) und in Berlin:
DÄ sind eine von zwei Bands, welche mich schon seit meiner Schulzeit begleiten, was vom Ersten, dass ich auf – einer vom grossen Bruder kopierten – Kassette musikalisch intensiv konsumiert habe. Übrigens auch mein erstes grosses Konzert ohne Begleitung meiner Eltern, glaub so mit 16 in einer Prall gefüllten Gasse mitten in Winterthur.

Und wie ich sie immer noch schätze, vor allem ihren Humor, der nicht an Intensität zu verlieren droht! Auch wenn ich kaum jüngere Alben kenne – woraus ich nebst gelungenen Stücken eben auch schon einige «Naja-Tracks» gehört habe – so würde ich mir jederzeit wieder gerne einen Gig von ihnen gönnen; war jedes Mal in 20 Jahren (wo ich die Band mehr oder weniger verfolgt und gesehen habe) ein Knüller.
Und seien wir ehrlich: Auch in ihren frühen Werken hatten sie nebst genialen Hits oft (unnötige) «Bremser» auf den Scheiben.
Auch wenn ich sonst nicht so auf Live-Alben stehe, so hat Nach uns die Sintflut in meiner Sammlung einen besonderen Platz – mit Vorbildcharakter – eingenommen:
Klingt viel punkiger als die Studiosongs, brilliert mit fiesen Medleys und solches zeichnet doch eine Band genau aus. Konzerte dürfen nicht wie auf Platte daher kommen, sondern müssen etwas mehr bieten, eine auf die Möglichkeiten der Bühne angepasste Interpretation der Arrangements sein – oder diese auch mal bis zum Umfallen abändern/ erweitern.

Und wenn es einmal soweit ist, will ich auf meinem Skateboard sterben."— Farin Urlaub, in «Madonnas Dickdarm»...
«Gwendoline», ein Symbol, Maskottchen etc. von DÄ, hier auch als Skatedesign zu sehen und im Onlineshop zu finden.

Eigentlich schade, dass ausgerechnet die Zitierte Textzeile live oft abgeändert wurde, darum packe ich kein' Vid hier rein, ihr könnt den wunderbaren, dazugehörigen Song aber da hören.
Irgendwo zwischen blühender Fantasie und Dadaismus hört man doch eine – von mir aus gesehen – glaubwürdige Sympathie für's Skateboarding raus, welche durch's schöne Bild im Booklet (siehe oben) bestätigt wird.
Ob dann das Verkaufen von Skatedecks als Band wirklich Herzenssache ist oder sogar noch mal zum Eigengebrauch der Musiker führt, wage ich einmal mehr zu bezweifeln.

«Farin Urlaub's»-Zeit

Für den Mann mit dem schönsten Künstlernamen ist wohl immer irgendwie Ferienzeit. Sein künstlerisches Schaffen wirkt eindrücklich und umfassend, doch er tut was er mag und somit fühlt es sich einfach kaum jemals nach Arbeit an.
Da kommt mir doch just das Zitat von Jay Adams (R.I.P!) in' Sinn zu seiner Zeit als Pro Skater aus der Dog Town Doku:
«I was on summer vacation for 20 years» – das dürfte sich auch als erfolgreicher Ärzt in etwa so anfühlen.

Farin Urlaub war in den letzten drei Jahren nur noch mit seinem Racing Team unterwegs und seit ihrem starken letzten CH-Auftritt am Open Air St.Gallen 2013 gab's – abgesehen von einem einzigen späteren Konzert in Österreich – keine Shows mehr von DÄ.
Ob die Super 3 sich nur wieder mal einen längeren Bändurlaub gönnen oder es tatsächlich nicht mehr zu einer gemeinsamen Zukunft auf der Bühne kommen sollte, können auch die wildesten Gerüchte kaum erahnen lassen.

Fans müssen sich derweil mit Büchern vertrösten:
Vorbestellbar, z.B. als sehr exklusives Weihnachtsgeschenk, ist ein sehr umfassendes Werk zu Ärztes Bandgeschichte.
Und von FURT gibt's übrigens – passend zum Thema der Serie hier – ein älteres Songbook mit dem wunderbaren Namen Die Rückkehr der Skateboard-Legende.
Da könnt ihr mit Hilfe von Chords und Lyrics als enigermassen bewanderte Gitarristen selbst mal in die Saiten greifen, wenn Farin auch mit dieser bewährten Kombo nicht bald wieder auf Tour geht – für musikalische Analphabeten hier noch der Link zu seiner Videoschule.

Es gibt nur einen Gott – BelaFarinRod

Mögen auch ihre Melodien und vor allem Texte noch oft erklingen – ihren älteren Werken ein Ohr zu leihen ist sicher gut investierte Zeit, wer sie nicht eh kennt und liebt.
Drum auch heute zum Schluss wieder ein Klassiker, der nix mit Skateboarding am Hut hat, doch sicher gut zu solcher Tätigkeit gehört werden kann. Auf dass solche Mucke wieder vermehrt aus unseren Radios dröhnen darf:

Leider abgehackt, doch zu schön um ihn nicht hier zu featuren... Ein Auftritt, dem zwar ältere, offensichtliche «Playbackshows» vorausgegangen sind, der da aber doch frühere Spässchen von Musikern wohl noch deutlich übertroffen hat.

THEMA News / Musik
VERÖFFENTLICHT 02.08.2016
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