Roll'n'Rock Rückblick über unseren «Summer of Noise» – von Skateboards, Gitarren, Trommel & Geschrei

Über gut drei Monate hinweg habe ich versucht, euch hier in einer chaotischen Serie einige musikalische Leckerbissen – und faszinierende Produktionen – zu servieren. Fazit: Now it’s your turn!

Sommer ist Roll-Zeit und an Rock fehlt es nicht auf diversen Bühnen.
Wir nehmen für euch in einer lockeren Serie unter die Lupe, wo, wann und wie sich Skateboarding und Musik kreuzen und zeigen in dieser Rubrik bessere und weniger gelungene Kooperationen. Geniesst die warme Zeit des Jahres, ob draussen auf dem Brett, im Keller mit gut aufgedrehten Amps oder Musik im Ohr zum rumcruisen...
Roll'n'Rock on!

Ein fantastisches Bild von meiner Nichte, welche schon extrem früh begriffen hat, was Roll'n'Rock mir – und offensichtlich vielen andern – bedeutet: Traumhaus dank Miniramp im Garten und wahrscheinlich grossem Amp in der Wohnung; danke Raya!

Saisonrückblick – danke für die Treue

Und gleich noch diesen hier: Obwohl sie solch Haar-Art nie bei mir gesehen hat, scheint dies doch zusammen zu gehören.
Austausch macht fast immer Sinn; hier nochmal einige meiner Faves

Vorneweg: Wenn ich mir noch etwas für meinen Effort hier in meinem Sommerjöbbli gewünscht hätte, wären dies mehr Reaktionen, Feedbacks, Vorschläge und Geheimtipps seitens der LeserInnen gewesen.
Ich habe mich lange schwer getan, einen Einstieg in die Serie zu finden, was dann aber nach einem Konzertbesuch bei Dinosaur Jr., respektive einem nachfolgend gefundenen netten Video mit Skatestuntdoubles für J. Masics und Band, von selbst in's Rollen gekommen ist.
Nach diesem ersten Beitrag habe ich mich angenehm treiben lassen – wie bei einem «Schwumm» in der Aare zwischen Thun und Bern...
Auf Hinweise zu wunderbaren aktuellen Werken von Black Mountain – welche leider in Sachen Videos konstant abloosen – ging's straight back in the History of Roll'n'Rock:
Mit Eight Dayz sind wir dort gelandet, wo ich's easy mal stundenlang aushalte beim «Sound and Vision»-Konsum rund um die Skateszene Mitte der 80er. Dort endete meine (Zeit-) Reise dann auch wieder vergangene Woche mit dem letzten Artikel über The Faction von Steve Caballero und Co..
Gerade diese alten Streifen sind eine wahre Fundgrube, aus welcher ich hier noch länger schöpfen könnte. Doch ich belasse es mal mit dem Verweis auf Tracks wie dem folgenden und überlasse euch weiteres Recherchieren bei Bedarf:

Mellow Tunes, good old Times

Nette Stills oben im Vid erinnern an Zeiten, als die (Skateboard-) Welt noch kaum Gewissenskonflikte kannte bezüglich um die Welt fliegen und massive Shows zelebrieren. Die Helden der Szene bewegten sich aber vor allem über Vertramps und Bowls mit unglaublich viel Style durch die Luft und Handplants wurden noch in zig Variationen ausgeführt.
Auf der Strasse war so ziemlich alles erlaubt, keine Skill-Polizei, Sidewalksurfing halt...
Über den folgenden Song wollte ich eigentlich auch einen separaten Beitrag machen, doch habe ihn dann gleich für eine andere Gelegenheit benutzt, weils grad gut gepasst hat.
Wie auch immer: Hier noch das sehenswerte Zeitdokument von 1964 inklusive hörenswertem Interview, funny:

Das offene und teilweise faul kopierte Surf Special knüpfte dann nicht nur an alte Songs an, wo die Brettthematik jeweils ganz offensichtlich im Zentrum stand, sondern erinnerte auch an die 90er.

Was ist Skatepunk?

Obwohl der Begriff offensichtlich seinen – dort eher berechtigten – Ursprung in den frühen Achtzigern fand, wird er normalerweise öfter mit dem «Melodycore» von Millencolin oder der Satanic Surfers gleichgesetzt.
Doch in dieser Zeit finde ich dann die Entwicklung von den Beastie Boys deutlich spannender!

Passt ideal zusammen: Skaters are (often) Public Enemies! Schon im Old-School-Zeitalter war HipHop deutlich präsent in der Sk8szene – je nach Ort.
HipHop and Skateboarding

Viele hätten sich hier vielleicht mehr Bezug zu anderen, in der Rollszene fest verankerten musikalischen Stilrichtungen gewünscht. Doch da fehlt mir persönlich leider einfach das Hintergrundwissen und es wäre nicht real, wenn ich mich da zu weit auf die Äste herauslassen würde.
Über dieses Thema ist aber auch einiges zu finden im Netz, wo ich mir in Zukunft gerne auch mal die eine oder andere Doku rienziehen werde.
Oder gibt mir/ uns da jemand von euch ein wenig Nachhilfeunterricht?

Fühlt euch jederzeit frei, hier auch Beiträge zu schreiben – frisch von der Leber weg, es hat Platz für vieles, nur Mut, da kann kaum 'was schiefgehen!

Es wird auch lokal und/ oder in unserer Muttersprache geksatepunked

Natürlich wollte ich auch unsere Kollegen aus Deutschland nicht vernachlässigen und habe nacheinander zwei Berliner Bands gefeatured. Die Ärzte und Terrorgruppe bleiben Klassiker, die einen zuverlässig unterhalten können.
Aus dem Tessin gibt's dagegen ganz junge Produktionen, welche wieder speziell tief in der Skateszene wurzeln und erst so richtig aufblühen im Musicbiz.

Misifts vs. Marketing

Skateboarding kann vieles sein, muss aber zum Glück meiner Meinung nach überhaupt nix.
Auch wenn nun das Rollbrett auch den Weg in den Olymp der «Sportarten» finden wird, so muss jedeR für sich ganz allein entscheiden, was es für ihn/ sie bedeutet:
Wollen wir damit ein Image als Misfits pflegen und stolz drauf sein – oder uns einfach wohl fühlen dabei –; sind wir teil von einem Business-Apparat und machen vielleicht gar selbst Geschäfte mit dem sogenannten Sk8lifestyle; geniessen wir lediglich Sessions mit Gleichgesinnten an bescheidenen Zusammenkünften?
Da hat so einiges seine Berechtigung. Schön ist, wenn man sich gar nicht so viele Gedanken machen muss und es die Gesundheit und nötige (Frei-) Zeit zulässt, dass man sich auf diese nicht unattraktive Weise gelegentlich bewegen kann.
Wenn dann die positiven Gefühle und Stimmungen auch noch durch Musik verstärkt oder vergangene Erlebnisse wieder aufgelebt werden lassen können, umso besser!

Die Fülle an Roll'n'Rock ist eh riesig, lasst euch inspirieren und – wenn ihr mögt – auch andere an euren Entdeckungen teilhaben.

Soweit die musikalischen Empfehlungen aus meiner kleinen Welt, die bis anhin noch ohne Hilfe von Spotify und Co. ausgekommen ist. Doch vielleicht werde auch ich mich in Zukunft – ergänzend – von automatischen Algorithmen beraten lassen, falls die Kultur vom persönlichen Austausch via Mund-zu-Mund-Propaganda nachzulassen/ wegfallen droht; oder aber man findet dank modernen Techniken im Netz einfach noch mehr gute Musik – spannend, doch auch mit Energie-/ Umwelttechnischen Konsequenzen verbunden.

Anyway, ich habe nach dem Schreiben dieses Beitrags per Zufall mit meinem Göttibueb ein Nachmittagskonzert in Thun besucht, bevor wir zusammen skaten gingen. Dies hier mit Bild als Nachtrag:
The Kids are alright – bin gespannt auf den Sound of the Future, was die nächste Generation so alles anstellt.

Roll'n'Rock on!!!

«The Souls» aus Thun vermögen beim Heimspiel einige Kids und natürlich ihre erwachsenen Fans zu begeistern mit süffigem Pop-Rock und – für den 7-jährigen Kalani hier besonders imposant – schmucken Gitarren.
VERÖFFENTLICHT 26.09.2016
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