Grenzen töten, die Schützenmatte in Bern lebt!

Ein kurzer Rückblick auf's NBNN und Einblicke in weitere Aktivitäten um die Reitschule.
Crowdsurfing auf dem Rollstuhl im Licht von Pyros – ein selten schöner Anblick! Screenshot aus dem FR-Highlight Vid.
Punks feiern sozialer als Nationalisten

Es braucht weder dubiose Sponsoren für ein wunderbares Festival noch nationalistisches Gedankengut – und entsprechende Gründe – um ordentlich feiern zu können.
Es braucht keine Zäune, Polizisten oder grimmige, schwere Securitys, um eine friedliche, kritische Masse «im Zaum» zu halten; das Gegenteil wird von den BesucherInnen gefragt und gefordert!
Es braucht keine Barrikaden, Mauern, Grenzen, die Ungleichheiten schaffen, erhalten – und somit Konflikte provozieren.
Länder bedeuten meist unerwünschte Herrschaft, Zwang bis «Gefangenschaft» und Benachteiligung für finanziell schwächere (konstruierte) «Völker».
Die Welt müsste nicht zwingend so kompliziert und unfrei sein, doch Nationen, wie sie sich entwickelt und etabliert haben – zusätzlich angetrieben und verstärkt vom Kapiatlismus – sind oft Ursachen für Gewalt und Mittel zu Unterdrückung.

Es braucht Menschen, die das erkennen und ändern wollen.
Es braucht viel Energie und Überzeugung, um mit solchen Fakten wohlhabende Leute in unserer Gesellschaft zu konfrontieren.
Es braucht extrem viele engagierte, freiwillige HelferInnen, die gratis für Events wie das No Borders No Nations Arbeiten, wo sich AktivistInnen und kluge Köpfe austauschen und gegenseitig stärken können!

Solche Erkenntnisse – und deren Verbreitung – verdanken wir den unermüdlichen, wunderbaren Menschen rund um die Reitschule, welche sich brutal in's Zeug gelegt haben, um in Bern ein fröhliches, musikalisch attraktives Wochenende zu ermöglichen. Dabei wurde aber nicht nur getanzt, abgefeuert und -feiert, getrunken und geliebt sondern – für ein Festival eher untypisch – auch weiter gedacht:
Visionen diskutieren, Kritik am Bestehenden üben und Handlungsspielräume aufzeigen, das alles ist eigentlich wichtiger als hochstehende Musik zu konsumieren, doch erst beides zusammen vermag nachhaltige Emotionen zu produzieren, welche uns mit einer guten Portion Motivation versorgen.

Ein paar Bilder vom Freitagabend, wo verschiedene Stilrichtungen schon zahlreiche Musikfans vereinen und begeistern konnten.

Fette Shows und ein spannendes Rahmenprogramm hätten mehr Leute mobilieren sollen

Die Konzerte vom Samstag waren nicht schlecht besucht, doch die Kapazitäten waren lange nicht ausgeschöpft. Nach drei Bands, welche nicht grad mit Publikum verwöhnt worden sind, kam bei den doch schon bekannteren Locals Nasty Rumours langsam Stimmung auf und Volk dazu. Aber selbst noch bei der Terrorgruppe geizten viele mit Applaus – Lärm von Seiten ZuschauerInnen erklang eher durch kleine Feuerwerksspielereien und erste Pyros erhellten den Berner Nachthimmel.
Swiss und die Anderen machten ihre Sache gut und vermochten am meisten Menschen in Bewegung zu setzen, bei Atari Teenage Riot war die Luft bei vielen schon wieder etwas raus – trotz fettem Sound aus den alten Kisten.

Als «MC Motherfucker» die Crowd fragte, ob Bern für diesen Abend die Welt-Punk-Hauptstatt sein könnte/ möchte, reagierten viele Verhalten – leider nein.

Doch «Punk» muss auch nicht immer laut sein... An früheren Vorträgen zwischen den ersten Konzerten machte sich ein stilles Publikum Gedanken zu den Möglichkeiten, welche Linke ausserhalb eines Parlaments haben, um dieses abzulösen oder mindestens dessen wüsteste Auswüchse zurückzudrängen, zu bremsen – was der ganzen Gesellschaft unliebsame Konsequenzen ersparen könnte.

Auf verschiedene Wege wurde auch immer wieder die wohl wichtigste Botschaft der OrganisatorInnen kommuniziert:

Freiräume geniessen zu dürfen bedingt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen."

Auch online war dies das grösste Anliegen, das nebst schönen Posts und Updates zum Nachdenken animierte.
Nur mit der Orientierung an solch – eigentlich offensichtlichen – Grundsätzen kann ein Nachhaltiger Betrieb in und um die Reitschule (wieder) stattfinden!
Erste Anlässe sollten anscheinend schon bald wieder über die Bühne gehen, doch eine grundsätzliche Wiedereröffnung mit «Normalbetrieb» ist bis dato nicht Angekündigt.

3 Tage Action und vielleicht «neue Klientel» tun dem Ort gut.
Skater auf dem Vorplatz

Auch am NBNN tauchten wieder einige Gesichter auf, welche man sonst meist mit Skateboards bewaffnet sieht. Diese werden ja bereits am kommenden Wochenende wieder mit einem Grossaufgebot bei der Schützenmatte aufmarschieren, respektive dort hin rollen.
Die Bowl wird definitiv noch nicht ready sein für ein Opening, doch die Vorfreude ist gross beim Blick auf die Baustelle!

So gibt's also lediglich ein paar Streetobstacles und eben eine Miniramp zum spielen, doch nebst der obligaten Bar werden auch noch andere Aktivitäten angeboten wie Skateboards mit exklusivem Designgestalten etc.
Rollerdisco am Samstag und Roller Derby am Sonntag dürften nebst den Skatesessions Highlights darstellen – auch mal zum passiv geniessen.

Es nimmt Form aa z'Bäärn – we o chli gmüetlecher, als erwartet... Foto: Pablo Lobsang
Zum 1. August: Überlegt, was ihr heute feiert und somit unterstützt!

Ich wünsche trotz allem (Übel auf dieser Welt) einen angenehmen Tag mit anständigen Leuten. Seid dankbar, für dass ihr mit all euren Privilegien hier leben dürft, doch werdet euch auch bewusst, auf wessen Kosten dies alles geschieht – Natur und unzählige Menschen mit Gefühlen und (leider oft nur theoretischen) Rechten.

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VERÖFFENTLICHT 01.08.2016
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