Interview mit Xavier De Le Rue

Xavier unter anderem über seine aktuellen Projekte, seine Meinung zum neuen Movie «Point Break» und warum er die Schweiz mag.

Hi Xavier, alles klar? Bist du derzeit viel beschäftigt?
Ja, wir haben kürzlich noch den Movie «Degrees North» lanciert, anschliessend hatten wir eine Tour. Weiter war ich noch an der Weltpremiere vom neuen Actionmovie Point Break. Aber auch die Hexo+ wurde auf den Markt gebracht. Als Mitgründer dieser Drohne gab es schon einiges zu tun, aber ich bin glücklich, viele coole Projekte stehen an. Derzeit wird die Webserie DIY (Do it yourself) online präsentiert.

Okay, du warst ja schon in einigen Filmen dabei... Inwiefern unterschied sich die Produktion für einen Hollywood-Movie von den bisherigen Streifen?
Ich war in vielen Snowboardmovies dabei besonders oft auch mit meinem eigenen Unternehmen «Timeline Missions» und oftmals arbeiteten wir in kleinen Gruppen – sehr spezialisiert und jeder wusste was zu tun war. Bei den Dreharbeiten zu Point Break waren wir etwa 200 Leute. Es war eine grosse Herausforderung solch eine riesige Produktion mit der auf dem Berg benötigten Flexibilität zu kombinieren. Zusätzlich drehten wir im November in Italien. In dieser Zeit ist es eigentlich schwierig viel Schnee in solch einer Region aufzuspüren, glücklicherweise wurden wir aber fündig. Wir mussten jedoch sehr flexibel sein. Wir arbeiteten eng mit dem Direktor (Ericson Core) zusammen und versuchten mit der Zeit durch kleinere Gruppen effizienter zu arbeiten. Das Resultat war super.

Xavier über die Dreharbeiten für Point Break:


Mit 200 Leuten wart ihr ein riesiges Team. Kannst du eine Schätzung geben, wie viel Material (Kameras, Boards, Essen, Zelte etc...) auf die Berge transportiert wurde?
Das kann man sich nicht mal vorstellen! Gecampt haben wir jedoch nicht. Manchmal waren aber etwa bis zu 50 Leute auf dem Berg. Gegen Ende arbeiteten wir aber in kleineren Crews, so wie wir dies auch in der Vergangenheit durchführten. Trotzdem war eine Unmenge an Kamera, Drohnen, Live Screens etc. vorhanden. Es war cool, das Ganze in Action zu sehen, aber auch sehr schwierig alles korrekt zu koordinieren.

Magst du die Story von Point Break?
Ja, ich fand die Story sehr faszinierend. Es ist eine moderne Erzählung der Geschichte, welche bereits im ersten Point Break präsentiert wurde. Früher waren Leute mit solch einer Lebenseinstellung meistens Surfer. Heute gibt es eine breitere Actionsport Community mit verschiedenen kreativen Aktivitäten wie Basejumping, Snowboarding, Surfing, Motocross oder Klettern. Grundsätzlich geht es im Movie um eine Gruppe von Leuten, welche sehr passioniert sind und eine gute Verbindung zur Natur pflegen. Indem sie Geld stehlen und verteilen, verbreiten sie eine Nachricht und revoltieren gewissermassen gegen unser von Geld geprägtes System.

Für alle Sportarten wurden Topathleten engagiert. Wie betrachtest du als Snowboard Pro die Stunts der anderen Disziplinen?
Ich war besonders beeindruckt von den Wingsuit Stunts. Was diese Jungs darbieten, ist fast komplett von mentalen Herausforderungen geprägt und wurde extrem speziell gefilmt. Sie hatten RED Kameras an ihrem Körper montiert und flogen durch Felsspalten, welche sehr eng waren. Es ist so verrückt, dass es fake aussieht, jedoch ist es zu 100% echt. Generell finde ich sehr schön, dass die Produktionen so echt gedreht wurden.

Gab es bei euch einige Szenen, welche abgebrochen werden mussten, da die Risiken zu hoch waren?
Das passierte bei uns ziemlich oft aufgrund der wechselnden Konditionen. Wir versuchten unser Bestes zu geben, aber mussten ebenfalls vorsichtig sein und die Gefahren richtig einschätzen.

Kannst du dich an den besten beziehungsweise schlechtesten Moment erinnern bei den Dreharbeiten zu Point Break?
Die schlechteste Erinnerung war, als ich manchmal um 6 Uhr morgens bereit war und wir aufgrund der Wetterbedingungen oder sonstigen Gründen nicht auf den Berg gehen konnten, dies war sehr frustrierend. Der beste Moment habe ich von einer der letzten Szenen im Movie. Wir hatten eine sehr coole Line und konnten diese etwa sechs Mal riden.

Foto: Christopher Sjostrom

Wie hast du während der Produktion von Point Break als Filmemacher und Person dazu gelernt?
Betreff Filmproduktion war es natürlich sehr spannend zu sehen, wie solch ein grosses Projekt von statten geht. Man kann definitiv von einigen Abläufen und Ideen profitieren. Weiter ist es auch allgemein eine coole Erfahrungen an einer Hollywood Produktion beteiligt zu sein, jedoch würde ich so etwas nicht für den Rest meines Lebens machen.

Was war die grösste Herausforderung bei den Dreharbeiten?
Am schwierigsten war die vorgegebene Route, welche wir fahren mussten. In einer spezifischen Ordnung mussten wir zu viert in einer engen Formation den Berg hinunter brettern. Normalerweise macht man so etwas nicht, wenn nicht perfekte Konditionen vorherrschen.

Degrees North, Foto: barrabes.com

Wie schwer ist es für dich wichtige Personen zurück zu lassen und auf solche Abenteuer zu gehen?
Ich habe mich an solche Gegebenheiten gewöhnt. Ich versuche immer vorsichtig zu sein und alles mit Leidenschaft auszuführen. Diese Einstellung versuche ich meiner Tochter weiterzugeben und bin ehrlicherweise auch stolz darauf.

Du bist in Bayonne geboren und lebst nun in Verbier?
Genau. Ich lebe im Winter in Verbier und im Sommer in der Nähe von Biarritz zum Surfen. Ich kann mich also nicht beklagen.

Hast du die Schweiz gern? Fühlst du dich als Schweizer?
Ich denke die Schweiz ist eines der schönsten Länder der Welt. Was ich gerne mag, ist das alles mehr oder weniger funktioniert und eine ausgeprägte Bergkultur existiert. Viele Schweizer Werte liegen mir am Herzen, aber ich würde nicht behaupten, dass ich ein Schweizer bin. Meine Lebenssichtweise ist eher südländisch beschaffen und von dem her besteht teilweise sicher ein Unterschied. Ich betrachte generell alles positiv und in der Schweiz gibt es etliche schöne Dinge.

Verbier Foto: facebook/xavierdelerue

Welche Unterschiede bestehen zwischen den Alpen und Alaska, hast du Präferenzen?
Der grösste Unterschied ist, dass es in Alaska Unmengen an Schnee gibt. Es herrscht eine relativ stabile Lawinengefahren vor, was natürlich sehr vorteilhaft ist. Die Alpen hingegen sind deutlich besser erschlossen und es ist sehr einfach in wunderschöne Gebiete zu gelangen. Ich denke man kann die zwei Regionen nicht direkt vergleichen, ich liebe beide.

Du investierst viel Einsatz und Zeit in Drohen. Siehst du diese Technologie als Zukunft des Filmens?
Ja, es ist definitiv die Zukunft des Filmens. Die Hexo +, welche wir kreierten, folgt mir autonom. Eine solche Technologie verändert die ganze Produktion zukünftiger Streifen um.

Wir erfuhren, dass du auch Big Wave Surfing magst. Möchtest du dich in diesem Sport ebenfalls stark weiter entwickeln?
Ich liebe das Surfen und grosse Wellen aber ich habe nicht vor, solche Monsterwellen zu reiten, wie die Jungs bei Jaws oder Portugal das machen.

Vielen Dank für das Interview und viel Glück bei deinen Projekten. Mehr Infos zu Xavier findest du auf seiner Facebook-Page.

VERÖFFENTLICHT 21.02.2016
SHARE ME…

Kommentare (00)

Bisher sind noch keine Kommentare verfasst worden.

Weitere Beiträge