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Erfahrene Hasen über Sochi: David Benedek

Der Altmeister über die Bedeutung von Olympia, Terje's Boykott und Cornflakes-Schachteln.

Nach Gian Simmen wartet auch schon der nächste erfahrene Hase, der was zu Sochi zu sagen hat: David Benedek. Auch er shreddet nach wie vor fleissig, wie wir zuletzt hier gesehen haben. Über seinen Einfluss auf die Szene könnte man ein Buch schreiben. Immer wieder hat er mit technisch deftigen Tricks, wie zum Beispiel SW BS Rodeos, die Szene aufgemischt und dazumal sogar für die Renaissance des Shifties gesorgt (mit dem er auch das Air + Style gewonnen hat). All das und mehr könnt ihr in seinem nie in Vergessenheit geratenen Part in Lame (2003) aus glorreichen Robot Food Zeiten sehen:

Foto: Hansi Herbig

David, hätte es Slopestyle an Olympia schon dazumal gegeben, wärst du mit Sicherheit für eine Teilnahme in Frage gekommen. Hättest du mitgemacht?
Hm. Weiss ich nicht. Bei der ersten Olympiade bin ich schon auch ein oder zwei Halfpipe Qualifiers gefahren. Ich war damals zwar schon aktiver Gegner des Skiverbandes, aber an sich war ich nie ein anti-Olympia Dogmat. Viel mehr fand ich es einfach nicht verhältnismässig wegen eines Contests das ganze Jahr irgendwelche Qualifiers fahren zu müssen und alles hinten anzustellen. Dafür war's mir einfach nicht wichtig genug.

Viele Leute aus verschiedenen Kreisen sind der Meinung, dass Olympia nicht mehr aus der Snowboardszene wegzudenken ist. Wie siehst du das?
Das kommt ganz darauf an, wie man «Snowboardszene» definiert. Die Szene kann sicherlich wunderbar ohne Olympia auskommen. Ich fand das auch immer schrecklich heuchlerisch, dass plötzlich Snowboarder, die den Massenmedien das restliche Jahr am Arsch vorbeigehen, plötzlich «für uns», also eben jene anonyme und eigentlich desinteressierte Masse einer Nation, Medaillien einfahren sollen. Aber wenn «Szene» auch Snowboardindustrie bedeutet, dann ist es sicherlich schlecht wegzudenken. Gerade in Zeiten wie diesen, wo Snowboarden auf der Unterseite des Trendradars existiert, hilft sowas wie Olympia natürlich. Aber wie gesagt, so wirklich gepasst hat das meiner Meinung nach eh nie.

noch knapp zwei Wochen!

Was kann Sochi jungen Fahrern bieten was Events der WST – zum Beispiel das Air + Style – nicht können?
Ein Bild auf der Cornflakes-Schachtel. Im übertragenen, aber dann doch sehr konkreten Sinn. Viel darüber hinaus bietet es meiner Meinung nach nicht.

In den Medien ist des öfteren, aufgrund des politischen Verhaltens von Russland, von Boykott zu lesen. Was hältst du davon?
Wie cool wäre das, wenn sich einfach mal alle Freestyle Snowboarder kollektiv dazu entscheiden würden, nicht hinzufahren. Eine bessere Werbung fürs Snowboarden könnte es meiner Meinung nach gar nicht geben. Ich find's tatsächlich ziemlich schrecklich, was da gerade in Russland los ist. Ich würde niemandem einen Vorwurf machen, der fährt, aber ich würde mir wünschen, dass es da einfach generell ein stärkeres und wertestärkeres Kollektiv gibt. Also nicht nur bei Snowboardern. Boykotts machen meist halt nur Sinn, wenn wirklich einflussreiche Figuren, oder eben ein gesamtes Kollektiv, sich dazu entscheiden. Terje's Boykott war meiner Meinung nach sinnvoll und berechtigt und hat auch bis heute Einfluss.

Zum Schluss wollen wir noch deine Siegertipps!

HALFPIPE MÄNNER:
1. Shaun White
2. Iouri Podladtchikov
3. Danny Davis

HALFPIPE FRAUEN
1.?
2.?
3. ?

SLOPESTYLE MÄNNER
1. Marc McMorris
2. Shaun White
3. Torstein Horgmo

SLOPESTYLE FRAUEN
1.?
2. ?
3.?

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So, und weil wir David einfach gerne beim Snowboarden zusehen, posten wir hier gleich noch einen Robot Food Streifen. «Afterbang» heisst das Ding. Neben David sind auch bekannte Genossen wie Jussi Oksanen, Travis Parker, Wille Yli-Luoma oder Joni Malmi dabei. Good old times!

THEMA News / Riders
VERÖFFENTLICHT 26.01.2014
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