Go Skateboarding Day

Es gibt keine Entschuldigung, sich am vergangenen Samstag nicht mit Sk8en beschäftigt zu haben!
Der rollende Umzug dominiert für einmal Thuns Strassen für eine kurze Weile und verschafft sich somit Gehör.
Rollin' Riot

In zig Städten rund um den Globus wurde am 21. Juni wieder GSD gefeiert. Nicht nur in Nord- und Südamerika, wo Skaten vielerorts noch populärer ist, wie in Europa, sondern auch in der krisengeplagten Ukraine oder noch viel weiter östlich in Vietnam gab's offizielle Events, was doch schon etwas aussagt über die Verbreitung der vielleicht genialsten Freizeitbeschäftigung. Klar, Fussball spielen kann man auch auf nicht asphaltierten Plätzen, doch ist es leider – wie man diese Tage wieder sieht – nicht nur völkerverbindend, sondern kann auch (übertriebenen) Nationalstolz schüren und Grenzen verschärfen!

Deshalb Skateboard vor, statt Jubel um Tor. Diesem Motto sind, um ein lokales Beispiel aufzuzeigen, wieder mal um die hundert ThunerInnen gefolgt. Ein wunderbares Durcheinander von Lang- und Trickbrettlern, Mongopusher und Inlineskater, ja sogar ein Scooterpilot und ein klassisches Rollergirl haben sich in die Meute geschlichen und zusammen ein klares Statement auf die Strasse gelegt:

Wir sind viele, jung und alt, Ladies und Lads, wir wollen rollen – unterstützt unseren wohl verdienten Sk8park!"
Feierabendbier in friedlichster Stimmung an der kühlenden Aare mitten in der Stadt.

In der Tat hätten die Berner Oberländer Stadt und ihre Skater endlich wieder mal was in der Richtung zugute, nachdem über zehn Jahre lang kein offizieller Platz, kein Obstacle in der Region öffentlich, legal frei benutzbar gewesen wäre – ausser eine schlecht (ohne Fachleute/Rollende!) designte Miniramp in Steffisburg. Der lang ersehnte, fixfertig geplante und zur Umsetzung bereite Spielplatz, der endlich auch das «Tor zum Oberland» mit einer Bowl und diversen Streetfeatures schmücken würde, wartet seit Jahren auf die letzten Beiträge zur Finanzierung. Man glaubte schon seit längerer Zeit, dem Spatenstich nahe zu sein, doch das liebe Geld will auch nach grossen Bemühungen nicht zusammenkommen.

Nun hat man also noch mal schwungvoll Anlauf genommen und erhofft sich nach Medienberichten zur Kundgebung den nötigen Schub für einen sportlichen Endspurt! Wenn auch du ein paar Fränkli übrig hast für einen mehr als guten Zweck – vielen Kids und Junggebliebenen hier eine Perspektive, eine Plattform zum sich treffen, gegenseitig pushen und ungestört Rollen bieten – dann werden private Spenden (siehe Website) sehr gerne entgegen genommen! Ohne diese wird's wohl oder übel nicht gehen, da die bereits gesprochenen, aber nicht ausreichenden Beiträge von den Gemeinden kaum erhöht werden können und von der Wirtschaft ebenfalls keine neuen Sponsoren mehr zu erwarten sind.

Local Legend «Mägi» Glaus ist einer von vielen zwischen 30 und über 40jährigen Aktiven (Daddys!), die gerne noch die Umsetzung des Projektes miterleben möchten – statt den weit entfernten Parks nachreisen zu müssen – so lange sie noch können!
Generationen verbinden, junge Menschen animieren!

Eigentlich könnte hier eine Szene in bester Gesundheit blühen, doch leider gibt's nur wenige Gruppen die über die verschiedenen Generationen weg funktionieren und diese zusammenbringen. Das war früher z.B. im «Rollorama» – fette Hallen mit Platz zum versauen, von Street über Mini- bis Vertramp alles drin – eine Selbstverständlichkeit und hat hunderten von Menschen ihren bedeutendsten Lebensinhalt beschert oder erhalten!

Die Aktion am Go Skateboarding Day hat nun wieder einmal eindrücklich gezeigt, dass sich bereits mit wenig organisatorischem Aufwand eine stattliche Horde motvierter RollkünstlerInnen vereinen lassen. Diese erfreuliche Tatsache lässt darauf schliessen, dass über einen öffentlichen Park eine Vielzahl an Sk8nachwuchs generiert werden könnte, was uns doch zuversichtlich stimmt!

Gönn dir deinen Feiertag und mach was draus

Je mehr solche Events in Zukunft stattfinden, desto akzeptierter wird der GSD, der für einige LeserInnen hier wohl mehr Bedeutung haben könnte als Weihnachten und Ostern zusammen. Dem Chef oder der Vorgesetzten beim nächsten Mal einfach das Konzept und eine Liste an weltweiten Veranstaltungen vorlegen, falls du wegen Verpflichtungen am Arbeitsplatz nicht Rollen gehen kamst. Fight for your right to skate – vielleicht irgendwann mit Freinacht und allem drum und dran zum Feiertag – je mehr desto besser.

Nein keine Angst, ich will nicht einen Überhype provozieren, doch da mache ich mir eh keine Sorgen: Skateboarding wird immer zu hart und zu wenig nachvollziehbar sein für die Masse, da ist Fussball gucken und mitproleten schon deutlich einfacher. Tor ist Tor, während Concrete einfach Concrete bleibt und du alleine kreativ und elend geduldig sein musst.

If the Kids are united, they will never be divided:

THEMA News / Skate
VERÖFFENTLICHT 26.06.2014
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